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Staatsanwalt ermittelt wegen fingierter Versicherungs-Schäden

Saarbrücken/Neunkirchen. Ein früherer Geschäftsstellenleiter der Saarland-Versicherungen im Kreis Neunkirchen steht im Verdacht, in etwa 50 Fällen erfundene Schäden über die Versicherung abgerechnet zu haben. Der 58-Jährige soll mit zwei Unternehmern gemeinsame Sache gemacht haben, die falsche Rechnungen über die angebliche Schadensbeseitigung, etwa nach Sturmschäden, ausstellten. Dies alles soll sich hinter dem Rücken der ahnungslosen Kunden abgespielt haben. Michael Jungmann

René Seelbach, Pressesprecher der Saarland-Versicherungen, bestätigte auf Anfrage, dass "bei einer Routineprüfung Unregelmäßigkeiten in der Schadensregulierung eines Vertriebspartners festgestellt" wurden. Der Mitarbeiter sei bereits 2015 gekündigt und freigestellt worden. Die Versicherung selbst habe im August letzten Jahres die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Wegen laufender Ermittlungen lehnte Seelbach weitere Informationen ab, etwa zur Schadenshöhe. Kunden seien jedenfalls nicht zu Schaden gekommen. Das Unternehmen selbst sei gegen solche Fälle von Unterschlagung und Betrug durch Mitarbeiter versichert.



Christoph Rebmann, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte die Ermittlungen, deren Auslöser eine Anzeige der Versicherung gewesen sei. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich während der Untersuchungen die Zahl der fingierten Fälle von anfänglich 20 auf rund 50 erhöht. Der Schaden wird auf mehr als 50 000 Euro kalkuliert. Vermögen der Betroffenen wurde angeblich in Höhe von 55 000 Euro arrestiert.