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St. Ingberterin gibt Flüchtlingen Deutsch-Unterricht

St Ingbert. Brigitte Schuster aus St. Ingbert unterstützt mit Helfern rund 60 Flüchtlinge dabei, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Für diesen Einsatz wählten sie SZ-Leser zur „Saarlands Besten“ im Monat Februar. Benjamin Rannenberg

Bewegt von einer ganz zufälligen Begegnung mit einem eritreischen Flüchtling auf dem Bahnhof St. Ingbert , entschloss sich Brigitte Schuster dem jungen Mann Deutsch-Unterricht zu geben. Für das daraus resultierende Engagement wählten Sie die SZ-Leser zur "Saarlands Besten" im Februar. Mit Hilfe von weiteren Ehrenamtlichen - vier Männer und vier Frauen - erhalten mittlerweile in St. Ingbert 60 Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien mindestens zwei Mal pro Woche jeweils 90 Minuten Deutsch-Unterricht. "Die Stadt St. Ingbert und die VHS unterstützen uns beim Unterricht für Flüchtlinge , wo sie nur können", freut sich Brigitte Schuster.

Da die Asylbewerber erst mit der Anerkennung als Flüchtling ein Anrecht auf einen staatlich finanzierten Sprachunterricht haben, ist Brigitte Schuster und ihren Helfern wichtig, dass die Menschen schon vorher lernen, sich in ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. Sie versucht ihnen sprachliche Grundkenntnisse für alltägliche Situationen zu vermitteln, also etwa für Einkäufe, Arzttermine oder um nach dem Weg zu fragen. "Wir alle machen das mit viel Herzblut und Engagement", erklärt sie. Jeden Donnerstag für jeweils eineinhalb Stunden gibt sie ihren Schülern in der St. Ingberter Südschule Deutsch-Unterricht und springt auch ein, wenn jemand von ihren ehrenamtlichen Kollegen erkrankt oder in Urlaub ist. "Für die Flüchtlinge ist der Sprachkurs der Höhepunkt der Woche - sie sind sehr froh, dass sie Deutsch lernen können", berichtet Schuster über die Erfahrungen mit den Menschen. Da inzwischen mehr als 30 weitere Flüchtlinge ohne Deutsch-Kenntnisse in St. Ingbert leben, hat Schuster Ehrenamtlichen geholfen, drei zusätzliche Kurse in ihren Privatwohnungen zu starten. Über den Kurs hinaus begleiten Brigitte Schuster und ihr Ehemann Toni auch Flüchtlinge bei Behördengängen, helfen ihnen dabei Formulare auszufüllen und ihre Anliegen zu vertreten.

Besonders wichtig ist Brigitte Schuster auch, dass sich die Asylbewerber ins gesellschaftliche Leben integrieren können. So hat Brigitte Schuster viele Kontakte zu örtlichen Sportvereinen geknüpft, um den hauptsächlich jungen Flüchtlingen die Teilnahme am Training und das Kennenlernen hiesiger Sportler zu ermöglichen. "Die Menschen wollen so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen, um ihren Beruf ausüben zu können. Da ist Sport ein wichtiger Faktor", sagt Brigitte Schuster.