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St. Ingberter Ex-OB Jung zu 15 000 Euro Geldstrafe verurteilt

Saarbrücken. Der Ex-Oberbürgermeister von St. Ingbert Georg Jung (CDU) ist gestern vom Landgericht zu 300 Tagessätzen je 50 Euro Strafe wegen Vorteilsnahme und Untreue verurteilt worden. Jung hatte die Taten zuvor gestanden. Dietmar Klostermann

. Das Saarbrücker Landgericht hat gestern den St. Ingberter Ex-Oberbürgermeister (2004-2012) Georg Jung (CDU ) wegen Vorteilsnahme in vier Fällen und Untreue zulasten einer privaten Stiftung zu einer Strafe von 300 Tagessätzen in Höhe von 50 Euro , insgesamt 15 000 Euro , verurteilt. Beide Anklagepunkte seien unstreitig, da Jung gestanden habe und entsprechende Beweise vorlägen, sagte die Vorsitzende Richterin der Großen Wirtschaftsstrafkammer, Christiane Schmitt, in ihrer Urteilsbegründung.

Der 51-Jährige habe für den Verein zur Förderung der sozialen und kulturellen Belange in der Mittelstadt St. Ingbert von 2007 bis 2011 Spenden in Höhe von 455 000 Euro von Firmen eingeholt, die in Kontakt zur Stadtverwaltung standen. So habe sich Jung der Vorteilsnahme in vier Fällen schuldig gemacht.

Dabei ging es um Spenden der Firmen Kleber (jetzt Michelin ) in Höhe von 100 000 Euro , SIG Schroll Consult GmbH (insgesamt 30 000 Euro ) und Obi Baumärkte (5000 Euro ). Zwei Spenden-Fälle in Höhe von je 125 000 Euro der Saar-Ferngas GmbH (jetzt Enovos) und der Pfalzwerke seien verjährt.

Zudem habe sich Jung der Untreue zum Nachteil der Erich-Ferdinand-Bläse-Stiftung für Wohlfahrtspflege in Höhe von 31 237,50 Euro schuldig gemacht, als er in deren Namen ein Gutachten bei der Münchener Kanzlei Noerr LLP bestellte. Dieses bestätigte, dass die Änderung der Stiftungssatzung zugunsten Jungs Bestellung als Stiftungs chef auch nach seiner OB-Zeit rechtmäßig war. Jung habe diesen Schaden am 3. Juli 2014 wiedergutgemacht, so Schmitt. Oberstaatsanwalt Eckhard Uthe hatte zuvor 80 Tagessätze je 300 Euro gefordert, da das Ruhegehalt Jungs 3800 Euro netto betrage und "kein Hartz-IV-Satz" sei. Jungs Anwalt Guido Britz erklärte, Jung habe aus lauteren Motiven zum Wohle der Stadt gehandelt.