Spürnasen unterwegs im Westwall-Bunker

Bei der Übung im Bunker galt es für die Rettungshunde-Staffel, bei völliger Dunkelheit im Gebäude versteckte Personen ausfindig zu machen. Abschließend folgte eine Besichtigung des historischen Bauwerks.

Über viele Besucher seines restaurierten Westwallbunkers auf dem Paffenkopf kann sich der Kultur- und Heimatverein Beckingen (KHVB) freuen. Nun fanden sich neben den zweibeinigen auch vierbeinige Gäste in dem seit 2011 wieder geöffneten Bauwerk aus dem Jahre 1940, das den Namen "Erlkönig" trägt, ein.

Die saarländische Staffel des Bundesverbandes Rettungshunde (BRH-RHS) e.V. hatte sich das Objekt zur Ausbildung ihrer Trümmersuchhunde ausgesucht. Vorstandsmitglied Willi Ehrl vom KHVB, der sich an vorderster Stelle um die Restaurierung des Bunkers und nun um die Führungen kümmert, und privaten Kontakt zum Kassenwart des BRH-RHS hat, hieß die Hundebesitzer der Staffel, an ihrer Spitze Ausbildungsleiterin Margret Koch, willkommen. Sie waren von der Möglichkeit der Nutzung des Gebäudes für Ausbildungszwecke begeistert.

Extremsituationen bewältigen

Bevor es ernst wurde mit dem Üben der Hunde, die vor Begeisterung sprühten und ihren Einsatz kaum abwarten konnten, führte Ehrl die Gäste kurz durch das bestens restaurierte und mit Originalgegenständen ausgestattete Bauwerk aus Beton.

"Wir sind 13 Leute mit elf Hunden, davon acht geprüfte Rettungshunde. Andere sind noch in der Ausbildung, die zwei drei Jahre dauert", erläuterte Ausbildungsleiterin Koch. Auf die Rasse kommt es nicht an. Die Hunde dürfen nicht ängstlich, müssen körperlich gesund und leistungsfähig sowie wesensfest sein, müssen ein gesundes Verhalten zum Menschen besitzen und vor allem eine gute Nase haben. Sie arbeiten ohne Halsband oder Leine. Bei der Suche nach Menschen gilt es oft schwierigen Untergrund zu überqueren wie auch Leitern, schmale Bohlen und Metallgitter bewältigen. Die Hunde werden behutsam an Extremsituationen herangeführt. "Die Arbeit muss diesen und ihren Besitzern Spaß machen", betonte Koch. Dass dies so ist, bewiesen beide als Teams 100-prozentig in der folgenden Übung, bei der es galt, bei völliger Dunkelheit im Gebäude versteckte Personen ausfindig zu machen.

Die Alarmierung der Rettungshundestaffel erfolgt durch die Rettungsleitstelle oder die Polizei. Eine Einladung zu einer weiteren, intensiveren Besichtigung der gesamten Bunkeranlage nahmen die Gäste gerne an.

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