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Sprachwissenschaftler: Saar-SPD hat wohl von Trump gelernt

Vor seiner Amtseinführung hatte Trump das transatlantische Bündnis noch für obsolet erklärt. Foto: Susan Walsh
Vor seiner Amtseinführung hatte Trump das transatlantische Bündnis noch für obsolet erklärt. Foto: Susan Walsh FOTO: Susan Walsh/dpa
Saarbrücken (dpa/lrs). Ein sogenannter "Trump-Effekt" macht sich angeblich im saarländischen Wahlkampf breit. Das hat ein Sprachwissenschaftler von der Universität Basel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur geäußert.

Im saarländischen Wahlkampf ist einem Sprachwissenschaftler zufolge ein Trump-Effekt zu spüren. Wie der US-Präsident setze die Saar-SPD eher auf Gefühle statt auf eine sachliche Ansprache, sagte Sascha Michel von der Universität Basel der Deutschen Presse-Agentur. "Die SPD denkt, dass die emotionale Ansprache mehr verfängt als eine Auflistung darüber, was sie in der großen Koalition alles erreicht hat. Das hat sie wohl von Donald Trump gelernt."Der Forscher hat für seine Analyse geschriebene und gesprochene Sprache betrachtet, und zwar sowohl im TV und in Internet-Videos als auch in Texten, etwa in Twitter-Nachrichten und auf Wahlplakaten. Für die Arbeit benutzt er medienlinguistische Theorien und Methoden, um wiederkehrende Muster und Praktiken zu erkennen.



Im Saarland habe es - anders als zwischen Trump und Hillary Clinton - keine Schlammschlacht der Kandidatinnen Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Anke Rehlinger (SPD) gegeben. Im Gegenteil: "Wenn es Angriffe durch die AfD gab, wie etwa in der Elefantenrunde, dann herrschte Einigkeit zwischen Rehlinger und Kramp-Karrenbauer. Da sprechen sie mit einer Stimme", sagte Michel.

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