Sportsmann Franz Josef Kiefer sagt der Schule Adieu

Am 31. Januar ist sein letzter Tag. Der Leiter des St. Johanner Rotenbühl-Gymnasiums, Franz Josef Kiefer, geht in Pension. Seit 2002 leitet er das Gymnasium und baute es zielstrebig zur „Eliteschule des Sports“ um.

Franz Josef Kiefer kann noch gar nicht fassen, dass er demnächst in Pension geht. Vorige Woche begann für den Leiter des Rotenbühl-Gymnasiums der langsame Abschied. Er sah eine Vorführung der Zirkus-Arbeitsgemeinschaft (AG). 50 Kinder führten stolz Kunststücke vor. "Da wurde ich wehmütig", sagt er. "Ich dachte, es wird einfacher, jetzt merke ich, dass es mir doch schwer fällt."

Seit zwölf Jahren leitet er das Rotenbühl-Gymnasium. Kiefer baute die Schule zum Leistungssport-Gymnasium um. Im Schuljahr 2002/03 begann auf dem Rotenbühl neben dem zweisprachigen Zweig des Gymnasiums ein System, in dem Leistungssport zum Abi gehört. 2005 bekam die Schule als bisher einzige im Saarland den Titel "Eliteschule des Sports", eine Auszeichnung, die nur 40 Schulen in ganz Deutschland besitzen.

Sport ist Kiefers Leidenschaft, sein Ausgleich. Er war Leistungssportler, Leichtathlet. Kein Wunder, dass zu seiner Schulphilosophie Bewegung einfach dazugehört. Für Kiefer ist Sport auch jenseits des Stundenplans wichtig im Leben. Seit September ist er Präsident des Saarländischen Turnerbundes. Nach seiner Pensionierung will er sich dieser Aufgabe weiter widmen. Denn fit ist er noch. Drei- bis viermal die Woche geht er nach der Arbeit abends joggen. Vor 18 Uhr hat das in den letzten Jahren nicht geklappt. Er hatte viel zu tun als Direktor. Denn im Saarland muss der Schulleiter auch unterrichten. Verwaltungsaufgaben, Konferenzen, Gespräche mit Schülern und Eltern kommen hinzu.

"Der Lehrerberuf war facettenreich", sagt Kiefer. Nicht immer einfach, manchmal auch unangenehm. "Aber ich habe ihn gern gemacht."

Die Einführung des Sportzweigs sei zunächst auf Widerstand gestoßen. Die Wahl zwischen einer zwei- oder dreijährigen Oberstufe im Sportzweig gelte jetzt aber als Modell, das auch andere Schulen aufgreifen. "Ich hatte dabei viel Unterstützung", sagt er. Seit G8 bietet das St. Johanner Gymnasium noch mehr Ausgleich zum Lern-Alltag. 15 AGs hat die Schule.

Bevor Kiefer 2002 auf dem Rotenbühl anfing, war er im saarländischen Kultusministerium für Pädagogik und Sport zuständig. Und davor wiederum arbeitete er als Lehrer in Sulzbach.

Der Schulleiterposten vereint beides. "Das war eine gute Abwechslung.", sagt er. Jetzt will Kiefer sich etwas mehr Ruhe gönnen. Was ihm wichtig war? "Fairness, offen zu sein und mit anderen zusammenzuarbeiten, das sind meine Prinzipien", sagt er. "Die Türen hier stehen immer offen". Nächsten Freitag wird er sie schließen. Zum letzten Mal.

Mehr von Saarbrücker Zeitung