Spielzeug-Fasten schafft Spielraum

Das Ziel war Spielraum für Phantasie und Kreativität zu schaffen. In der protestantischen Kindertagesstätte in Schwarzenacker gab es während der Fastenzeit einen Auszeit für Fertig-Spielzeug.

"Dieses Jahr haben sich die Kinder und Erzieherinnen der protestantischen Kindertagesstätte Schwarzenacker in einer Kinderkonferenz für die Fastenzeit etwas ganz besonderes einfallen lassen," sagt Marion Specht kommissarische Leiterin der Kita. Sie möchten nämlich sechs Wochen einmal anders leben und auf alle "vorgefertigten" Spielsachen in der Kita verzichten. Dazu durften die Kinder aussuchen, welche Spielsachen sie nach und nach in Kartons packen wollten, bis alles verstaut war. Doch welcher Sinn steckt dahinter?

"Bezogen auf die Fülle der Angebote, die teilweise aufkommende Langeweile trotz oder gerade wegen des Überflusses an Spielsachen geht es uns darum, wieder Spielraum zu schaffen für Phantasie und Kreativität und damit auch für Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein", so die Leiterin. Wenn Spielen immer weniger von kindlichen Bedürfnissen und Phantasien und immer mehr von "Fertigprodukten" geprägt werde, die den Entfaltungsspielraum der Kinder durch vorgegebene Spielregeln, Verwendungsmöglichkeiten begrenzten, sei es wichtig, Kindern wieder den Freiraum zu verschaffen, "zu sich selbst zu kommen" und für einen begrenzten Zeitraum eine "Gegenerfahrung" zu machen.

Ein spielzeugfreier Kindergarten wolle verhindern, dass sich Kinder nur auf Spielzeuge fixieren und es verlernen, sich selbst zu beschäftigen. Spiele wie Fangen oder Verstecken kämen ganz ohne Spielzeug aus. Außerdem nimmt diese "Auszeit" von den Spielsachen den Kindern die Möglichkeit, sich allein mit einem Spielzeug in eine stille Ecke zurückzuziehen und fördert so das soziale Miteinander. Die Krippenkinder hatten sich in der Kreativzeit für das Thema Fahrzeuge entschieden und bastelten Feuerwehr-, Polizei- und Müllautos. Außerdem gab es eine Kochwoche mit den Eltern, die allen Beteiligten sehr viel Spaß machte. Unterstützt wurden die Erzieherinnen in den letzten Wochen durch viele fleißige Helfer und Helferinnen, die den Kindern noch zusätzliche Spiel-Angebote machten.

Als Fazit konnte festgehalten werden, dass sowohl die Kinder, als auch die Erzieherinnen viel mehr miteinander kommunizieren mussten, sich miteinander beschäftigten und dadurch ein engerer Zusammenhalt zwischen den Kindern entstanden ist. Marion Specht: "Für alle waren diese Wochen "anders leben" ein voller Erfolg."