Spezialfarbe gegen Dreck

Die Freitreppe der Promenade ist ein beliebter Ort. Hier kommen viele Menschen zusammen, verweilen, essen, trinken. Deshalb ist die Treppe auch ein Ort, der besonders schnell dreckig ist. Das soll mit Hilfe der Erfindung eines Saarbrücker Unternehmens anders werden.

Auf "X-protect EC 7050" haben Werner Maurer und Reinhold Schmidt lange gewartet. Wobei Maurer, Leiter des städtischen Straßenbauamts, und Schmidt, im Baudezernat für Unterhaltung von Straßen zuständig, weder wussten, dass das Zeug "X-protect EC 7050" heißt, noch dass es ganz in der Nähe zu haben ist. Bei der Saarbrücker Nano-X GmbH nämlich. Deren Chef, Stefan Sepeur, hat das Mittel erfunden, mit dem gerade die Treppe der Berliner Promenade bestrichen wird.

Zwei Tage Reinigung

Das Mittel, das wie Klarlack aufgetragen wird, soll ein Problem lösen, das die Stadtverwaltung seit der Eröffnung der Treppe im Sommer 2013 ebenso beschäftigt wie viele Bürger: der Dreck, den sie regelrecht anzuziehen scheint. Die Treppe, sagt Amtsleiter Maurer, habe einen besonders hohen Pflegeaufwand. Was daran liege, dass sie ein beliebter Treffpunkt ist und die Menschen, die dort zusammenkommen, auch essen und trinken.

Rotwein- und Colaflecken, Kebabsoße, Kaugummis - die Stufen aus Beton-Kunststein bekommen einiges ab. Und den Schmutz wegzubekommen, ist mühsam. Zwei Tage habe die Stadtreinigung gebraucht, um die kompletten Treppe zu reinigen, sagt Reinhold Schmidt. Mit dem neuen Belag soll sich der Aufwand beträchtlich verringern. Die Beschichtung, die er vor vier Jahren entwickelt hat, wirke, als sei die Treppe verglast, erklärt Stefan Sepeur. Das führe dazu, dass Dreck nicht mehr haften bleibt - und schon gar nicht in die Poren des Betons eindringt. "Normaler Schmutz" bleibe nicht haften, Kaugummis und andere Flecken seien leicht abzuwischen.

Verglast - das sei zunächst ein Problem gewesen, sagt Maurer. Denn: "Es nutzt ja nichts, wenn eine Treppe sauber ist, sich dann aber jemand ablegt, weil sie rutschig ist." Das Material, das in einem ersten Versuch an einer Stufe getestet wurde, sei "nicht rutschsicher" gewesen. Die Firma Nano-X habe die Farbe verbessert. Jetzt bestehe keine Gefahr mehr. Am Freitagabend sollte die 723 Quadratmeter umfassende Fläche fertig beschichtet sein. Rund 9000 Euro kostet das die Stadt Saarbrücken .

Ob die Spezial-Farbe auch andernorts in der Stadt zum Einsatz kommt, ließ Werner Maurer offen. Auf der Promenade selbst und auf dem Rülf-Platz könne die Farbe nicht benutzt werden, weil der Belag dort zu grobkörnig ist. Für die Bahnhofstraße eigne sich Sepeurs Erfindung auch nicht. Dort fahren zu viele schwere Autos. Das halte der Belag nicht aus, sagt Maurer.

Man sei jetzt erst mal froh, eine Lösung für die Treppe gefunden zu haben. Und das auch noch bei einer "Firma um die Ecke, von der wir nicht mal geahnt haben, dass die so was kann", sagt Maurer. So was? Na, ja, "X-protect EC 7050" eben.