SPD nominiert Christine Becker

Die Oberbürgermeister-Wahl in Homburg ist Geschichte. Jetzt geht es um die Nachfolge von Rüdiger Schneidewind, der neuer Rathaus-Chef wird. Die SPD hat ersten Zugriff und sich auf eine Kandidatin festgelegt.

Die Wahl von Rüdiger Schneidewind (SPD ) zum neuen Homburger Oberbürgermeisters führt zu einer weiteren Personalentscheidung: Wer wird sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin im Amt des hauptamtlichen Beigeordneten? Die SPD hat sich nun am Freitagabend parteiintern für eine Kandidatur von Christine Becker entschieden. Becker, aktuell Fachbereichsleitung für Berufliche Bildung und Mitglied der Geschäftsführung des Christlichen Jugenddorfes in Schwarzenbach, ist bislang Mitglied für die SPD im Homburger Stadtrat und seit Jahren Ortsvertrauensfrau in Erbach .

Für Becker, so Rüdiger Schneidewind auf Nachfrage unserer Zeitung gestern, spreche ihre große berufliche Erfahrung in den Bereichen Personalführung und Soziales. Dabei käme gerade Beckers Erfahrung im Bereich Personalmanagement in der Zukunft hohe Bedeutung zu, stünde doch die Homburger Verwaltung angesichts der Sparzwänge vor strukturellen Änderungen. "Da wollen wir die Mitarbeiter natürlich im Prozess mitnehmen. Und hier ist Christine Beckers Kompetenz sehr hilfreich."

Beckers Kandidatur, das gestand Schneidewind gestern ein, habe dabei am Ende von vier parteiinternen Bewerbungen gestanden. "Zwei der Interessenten haben schon im Vorfeld der Abstimmung am Freitag ihre Bewerbung zurückgezogen. Es kam dann zur Wahl zwischen Christine Becker und einer weiteren Bewerberin. Diese Abstimmung entschied Becker deutlich für sich", so Schneidewind, der mit Rücksicht auf die im Verfahren ausgeschiedenen Bewerber deren Namen nicht nennen wollte. "Ich will da niemanden beschädigen."

Becker selbst will, so sie denn gewählt wird, für eine transparente und offene Verwaltung stehen. "Im Rahmen meiner Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende der Stadtteilkonferenz Erbach begrüße ich gerade diese Form eines bürgernahen Gremiums, in dem nicht nur Parteimitglieder, sondern auch alle Institutionen, Vereine, Gewerbetreibende, Schulen und Kindergärten wie auch Privatpersonen ihre Meinung kundtun können. Diese Erfahrungen möchte ich gerne in die Verwaltungsarbeit transportieren." In welchen Bereichen Becker dies nach einer möglichen Wahl tun kann, das wird vom künftigen Dezernats-Zuschnitt der Homburger Verwaltung abhängen. Bislang lagen die Bereiche Recht und Ordnung, Jugend und Soziales sowie Verkehr im Zuständigkeitsbereich des hauptamtlichen Beigeordneten als Leiter des Dezernats III.

Ob Becker tatsächlich die Nachfolge von Schneidewind antreten wird, darüber wird der Homburger Stadtrat in geheimer Abstimmung am 10. Juli anlässlich seiner konstituierenden Sitzung entscheiden, so sieht es das Kommunal-Selbstverwaltungsgesetz vor. Gefragt nach einem möglichen Gegenkandidaten aus den Reihen der anderen Parteien sagte Rüdiger Schneidewind: "Derzeit laufen die Gespräche mit den Fraktionen im Rat." Es sei aber üblich, dass die beiden großen Parteien SPD und CDU die Spitzenämter unterhalb des Oberbürgermeisters besetzten. Damit scheint eine Wahl der SPD-Frau Becker wahrscheinlich. Bürgermeister bleibt Klaus Roth von der CDU , dessen Amtszeit noch drei Jahre andauert.

Allerdings: Am 10. Juli werden sich nach aktuellem Stand aber auch noch zwei weitere Kandidaten "von außen" der Beigeordnetenwahl stellen. Diese hatten sich auf Basis der offiziellen Stellenausschreibung für das Amt beworben.