SPD-Fraktion will Tierversuche per Uni-Gesetz stoppen

Die SPD-Fraktion im Saar-Landtag will die Tierversuche an der Saar-Uni gesetzlich stoppen lassen. Wie die Tierschutz-Expertin der SPD-Fraktion , Gisela Kolb , jetzt mitteilte, gehe das Uni-Gesetz beim Tierschutz "nicht weit genug". "Die SPD-Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass bei dem im parlamentarischen Verfahren befindlichen neuen Universitätsgesetz zunächst eine tierversuchsfreie Forschung angestrebt wird", erklärte Kolb, die auch Vorsitzende des Stiftungsrates der Tierschutzstiftung Saar ist. Die Saar-Uni müsse sich weiter der Entwicklung tierversuchsfreier Methoden widmen, forderte Kolb. Mittelfristig sollte das Ziel sein, auch in der Forschung auf alternative Methoden zu setzen. "Forschung und Lehre müssen sich hier dem gesellschaftlichen Bewusstseinswandel stellen," betonte Kolb.

Der Tierschutz-Experte der Linksfraktion, Ralf Georgi , hatte der CDU/SPD-Landesregierung Untätigkeit bei der Vermeidung von Tierversuchen vorgeworfen (die SZ berichtete). Allein 2015 seien im Saarland 24 660 Mäuse, 1423 Ratten, 93 Meerschweinchen, 56 Schweine, 41 Kaninchen, 39 Fische und 24 Schafe für Tierversuche herangezogen worden, hatte Georgi unter Berufung auf Angaben der Landesregierung mitgeteilt. Das Ausmaß der Untätigkeit der CDU/SPD-Landesregierung sei "unfassbar", so Georgi. Jasmin Freigang, tierschutzpolitische Sprecherin der Piraten im Landtag, nannte den Anstieg der Versuche mit Mäusen im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 "besorgniserregend".