Spaziergang durch eine Perle des Barock

Saarbrücken. Zwischen grünen Hügeln, im Tal der Saar liegt die Landeshauptstadt Saarbrücken. Man kennt sie als Arbeitsplatz, Verwaltungssitz und als Einkaufsstadt. Doch Saarbrücken bietet mehr als Arbeit und Shopping. Überall zeigen sich die pittoresken Splitter der alten, fürstlichen Residenzstadt. In einem Dreieck zwischen dem malerischen St

Saarbrücken. Zwischen grünen Hügeln, im Tal der Saar liegt die Landeshauptstadt Saarbrücken. Man kennt sie als Arbeitsplatz, Verwaltungssitz und als Einkaufsstadt. Doch Saarbrücken bietet mehr als Arbeit und Shopping. Überall zeigen sich die pittoresken Splitter der alten, fürstlichen Residenzstadt.In einem Dreieck zwischen dem malerischen St. Johanner Markt, dem mächtigen Stadt-Schloss und der prächtigen Ludwigskirche schlägt das barocke Herz Saarbrückens.

Reisende, die im 17. Jahrhundert den Weg an die Saar fanden, erwartete ein anderes Bild. Kriege und Krankheiten hatten eine Geisterstadt hinterlassen. 1637 lebten nur 70 Menschen im verfallenen Saarbrücken. 40 Jahre später brannte die Stadt bis auf acht Häuser ab. Erst nach dem Regierungsantritt des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken, 1741, erlebt Saarbrücken wieder einen Aufschwung. Wilhelm Heinrich beauftragte den hessischen Baumeister Friedrich Joachim Michael Stengel mit dem Auf- und Ausbau seiner fürstlichen Residenzstadt.

Nicht weit der Haupteinkaufsmeile, am Ende der Bahnhofstraße, erstreckt sich der St. Johanner Markt, umzogen von verwinkelten Gässchen. In seiner Mitte erhebt sich in strahlendem Weiß der barocke Stengelbrunnen von 1759. Der Brunnen ist einer der Eckpunkte eines städtebaulichen Dreiecks. Folgt man der Sichtachse über die alte Brücke, so gelangt man zu einem anderen Kunstwerk Stengels.

Dort thront das Saarbrücker Schloss. 1748 wurde die Dreiflügelanlage als Wohnsitz der Fürstenfamilie und als Ort der Repräsentation und der Verwaltung fertiggestellt. Hinzu kam eine großzügige auf gestaffelten Terrassen angelegte Gartenanlage. Zwar wurde das Schloss in den Wirren der Französischen Revolution teilweise zerstört, doch auch das heutige Schloss weckt noch Begeisterung und vereinigt die Baustile des Barock, des Klassizismus und der Moderne zu einem Gesamtbild. Von barocker Pracht sind auch die Gebäude um das Stadtschloss, in denen im 18. Jahrhundert der Adel der Stadt wohnte und in die heute Gastronomiebetriebe und Museen eingezogen sind. Direkt am Schlossplatz errichtete Stengel 1750 das sehenswerte, barocke Rathaus mit schneeweißem Putz und schwarzem Schieferdach mit Turm.

Dritter Eckpunkt im historischen Stadtplan Saarbrückens bildet ein Meisterwerk der barocken Baukunst. Die Saarbrücker Ludwigskirche zählt zu den eindruckvollsten und bedeutendsten Kirchenbauten des Barock in Deutschland. Wie ein großes Kreuz herrscht die mächtige Kirche über den umgebenden Platz. Innen ist die nach dem Saarbrücker Fürsten Ludwig benannte evangelische Kirche mit strahlend weißem Stuck dekoriert.

Rund um die Kirche plante Hofbaumeister Stengel eine Komposition aus Palais. Heute wird von hier aus das Saarland regiert. Direkt neben der Ludwigskirche befindet sich die saarländische Staatskanzlei. Man sieht: Saarbrücken blühte in der Zeit des Barock auf und noch immer sind zahlreiche Überbleibsel des fürstlichen Zeitalters zu finden.

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