Sparmaßnahmen an Schulen in der Kritik

Ein breites Spektrum an Themen wurde bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes behandelt. Unter anderem wurde die Streichung von Lehrerstellen kritisiert.

Wie wichtig es für Lehrpersonen angesichts von Stellenabbau, Besoldungsanpassung, und Veränderungen im Schulbereich ist, eine gute Interessenvertretung zu haben, wurde bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV) deutlich. SLLV-Kreisvorsitzender Jürgen Ehl begrüßte im Merziger Hotel Römer neben den Mitgliedern als Gäste den Kreisehrenvorsitzenden Gerhard Berg und die Landesvorsitzende Lisa Brausch. "Als wir uns vor einem Jahr hier gesehen haben, wusste ich nichts davon, dass ich heute als Landesvorsitzende sprechen würde. Ich habe mich dann entschlossen, wie ich mir dieses Amt vorstellen kann und entsprechende Forderungen an den Verband gestellt", meinte Brausch, die das Amt von dem erkrankten, langjährigen Vorsitzenden Herbert Möser übernommen hat.

Förderschulen stärken

Um die Wahrnehmung der zahlreichen Termine auf Bundesebene auf verschiedene Schultern zu verteilen, sei die Zahl der Stellvertreter im Landesvorstand von zwei auf drei erweitert worden. Sie wies auf die Stärkung der Förderschulen innerhalb des Verbandes hin, in dem jede Schulform vertreten ist. Die Verbandsstruktur wurde geändert und ein geschäftsführender Vorstand eingeführt. "Wir müssen uns auf den Weg der Mitgliederwerbung machen, um junge Kollegen anzusprechen", betonte Brausch. Dazu sollten auch die neuen Medien wie Facebook genutzt werden. Hierzu wurde ein neues Referat gegründet, ebenso zum Thema Gleichstellung. Eine lineare Besoldungserhöhung wurde festgeklopft, Beschwerden von Mitgliedern über Beihilfeprobleme nachgegangen, auch an den Verhandlungen der Regierung bezüglich Stelleneinsparungen nahm der Verband teil. Die Landesvorsitzende ging auch auf den Wegfall von 63 Lehramts-Anwärterstellen bei den Grundschulen, bei 40 Förderschulplätzen, ein. Im letzten Jahr habe es zwölf Lehramtsanwärter für Grundschulen gegeben, dieses Jahr 45. Die niedrigere Eingangsbesoldung für Junglehrpersonal müsse laut SLLV wieder weg. Viele Kollegen fühlten sich der Arbeit nicht mehr gewachsen, sagte Brausch, die mit dem Kreisvorsitzenden Ehl die Ehrung treuer Mitglieder vornahm. Der SLLV-Kreisvorsitzende Jürgen Ehl gab auf der Mitgliederversammlung einen Rück- und Ausblick über die Aktivitäten des Kreisverbandes. Neun Vorstandssitzungen und zwei Fortbildungen wurden durchgeführt. Zusammen mit dem Kreisverband Saarlouis fand eine Adventsfahrt nach St. Wendel statt.

Zum aktuellen Thema Inklusion habe ein Gespräch mit der CDU-Abgeordneten Gisela Rink stattgefunden, die ihre Unterstützung zugesagt habe. Ein Treffen mit der SPD stehe noch aus.

"Ein zartes Pflänzchen"

"Die Inklusion ist ein zartes Pflänzchen, mit dem man behutsam umgehen muss. Es braucht besondere Zuwendung, ein großes Wurzelwerk und viel Dünger (Geld). Inklusion muss auch eine Herzenssache und gewollt sein. Das Interesse der Kinder sollte im Mittelpunkt stehen", erklärte Ehl.

"Wir haben überlegt, was in diesem Jahr besser machen können"; meinte der Kreisvorsitzende. So sollen die Junglehrer verstärkt angesprochen werden, ein Zumba-Marathon in Beckingen über die Bühne gehen, ebenso wieder Personalräteschulungen, eine Orchideenwanderung am Wolferskopf, eine Führung auf dem jüdischen Friedhof in Saarlouis, eine Kanutour auf der Nied, eine Besichtigung des Kupferbergwerks in Düppenweiler und eine Adventsfahrt.

Schatzmeister Christian Manese trug den Kassenbericht vor. Die später wiedergewählten Prüfer Breinig und Dohrbach bescheinigten ihm eine ordentliche Buchführung. Karin Eberle, Sabine Schwer und Christian Manese werden als Delegierte zur Landesversammlung entsandt.

Zum Thema:

Auf einen BlickJubilare des Kreisverbands des SLLV Merzig-Wadern: Gerda Dohm, Ruth Hoffmann, Thomas Seiwert und Sibylle Walisch (25 Jahre), Marianne Becker, Anna Elisabeth John und Hans-Dieter Lorson (40 Jahre), Monika Breuer und Johanna Eisenbarth (50 Jahre) sowie Max Beducker, Edmund Hoff, Martin Paulus, Günther Schmitz und Theo Seiwert (55 Jahre). nb