Sozialkaufhaus droht die Schließung

Seit gut drei Jahren gibt es im Nordring die Einkaufsadresse für Menschen mit geringem Einkommen. Seitdem konnten die Mitarbeiter den Umsatz steigern. Dennoch könnte Ende Juni Schluss sein.

Seit Dezember 2010 können Menschen mit geringem Einkommen im Diakoniekaufhaus Völklingen preiswert Möbel, Textilien, Geschirr, Bücher, Elektrogeräte oder Spielsachen erwerben. Trotz steigender Nachfrage droht der Einrichtung am Nordring Mitte des Jahres die Schließung. "Die Situation ist sehr brisant", erklärten Bärbel Heil-Trapp und Fritz Dreyer vom Diakonischen Werk an der Saar am Mittwoch im Stadtratsausschuss für Kinder, Jugend und Soziales.

Aufgrund der Kürzung öffentlicher Fördermittel rechnet der Träger im ersten Halbjahr 2014 mit einem Minus von rund 120 000 Euro. Danach könnte sich die Lage noch verschärfen. Die so genannte Bürgerarbeit, ein auf drei Jahre angelegtes Bundesprojekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen, läuft aus. Und ein Nachfolgeprogramm ist nicht in Sicht.

Aktuell gibt es am Nordring 137 Teilnehmerplätze und 13,5 Vollzeit-Mitarbeiterstellen. "Wenn sich nichts Grundlegendes ändert, müssen wir Mitte des Jahres an Schließung denken", sagte Heil-Trapp. Die meisten der 78 Teilnehmer-Plätze, die mit dem Sozialkaufhaus zusammenhängen, sind nur bis 30. Juni bewilligt. Gehen in dem Kaufhaus die Lichter aus, muss wohl der gesamte Standort abgewickelt werden. Die Verantwortlichen des Diakonischen Werkes hoffen, dass die Bürgerarbeit doch noch verlängert wird. Eine entsprechende Forderung, erläuterte Heil-Trapp, habe auch die saarländische Arbeitsministerin Anke Rehlinger an den Bund gestellt.

Der Solidarität der Völklinger Stadtverordneten kann sich das Diakonische Werk ebenfalls sicher sein. In den Redebeiträgen der Kommunalpolitiker wurde deutlich: Das Sozialkaufhaus ist für Völklingen sehr wichtig. Seine Bedeutung belegt auch der Statistik-Vergleich von 2012 und 2013: Die Anzahl der Kunden stieg von 12 870 auf 14 526, der Gesamtumsatz von 85 535 Euro auf 92 766 Euro.

Im Stadtrat wollen die Kommunalpolitiker nun eine Unterstützungs-Resolution verabschieden. Auch der Städte- und Gemeindetag sowie der Landkreistag sollen sich nach Wunsch des Ausschusses mit der Problematik befassen. Das angekündigte Ende der Bürgerarbeit macht allen Trägern arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zu schaffen.

Die Stadt stärkt dem Diakonischen Werk nicht nur ideell den Rücken. Auch in diesem Jahr wird dessen Arbeit in Völklingen wieder mit 50 000 Euro bezuschusst. Trotz angespannter Haushaltslage hatte der Rat entschieden, bei der Förderung nicht zu sparen.Einstimmig hat der Stadtratsausschuss für Kinder, Jugend und Soziales am Mittwoch beschlossen, die Waldschule in Fürstenhausen mit einem Zaun einzufassen. Entsprechende Haushaltsmittel in Höhe von 17 000 Euro stehen zu Verfügung.

Laut Verwaltungsvorlage ist es in der letzten Zeit verstärkt zu Sachbeschädigungen am Schulgebäude und an den Spielgeräten gekommen. Außerdem wurde eine Häufung von Einbrüchen beziehungsweise Einbruchsversuchen verzeichnet. Mit der Errichtung von Zaunanlagen an anderen Schulstandorten hat die Stadt gute Erfahrungen gemacht.

Der Spielplatz auf dem Schulgelände soll täglich, außer an Wochenenden und an Feiertagen, geöffnet sein. Der Schließdienst wird durch den städtischen Grundstücks- und Gebäudemanagementbetrieb sichergestellt. Auch in den Ferien kann der Nachwuchs auf dem Schulgelände toben.

Bei der Festlegung der Zaungrenzen wurde auf die Belange der Anwohner Rücksicht genommen. So ist gewährleistet, dass die Anlieger der Bachfeldstraße auf kurzem Weg entlang der Schulturnhalle in die Straße Am Hasseleich gelangen. Über diesen Weg ist die Schulturnhalle auch für die Vereine erreichbar.

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