Sozial- und Jugendamt ziehen Ende 2017 um

Alle Bürger, die Hilfe vom Sozial- oder Jugendamt bekommen, müssen sich bald umstellen. Denn die Behörden ziehen aus den Gebäuden in der Tal- und Heuduckstraße aus. Der Mietvertrag mit der städtischen Gesellschaft GIU sei bereits unterschrieben, sagt Geschäftsführer Jürgen Schäfer.

Das Jugendamt und Sozialamt des Regionalverbandes sollen bis Ende 2017 auf das Eurobahnhof-Gelände umziehen, das die städtische Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) vermarktet. Das hat Lars Weber von der Pressestelle des Regionalverbandes mitgeteilt. Zurzeit ist das Jugendamt in der Heuduckstraße untergebracht und das Sozialamt am Schlossplatz in der Talstraße. "Beide Gebäude müssten grundsaniert werden", erklärt Lars Weber.

Die Verwaltung habe mehrere Varianten, auch die Sanierung der Gebäude , geprüft. "Das Angebot der GIU war am Ende das günstigste", sagt Weber. Der Mietvertrag werde über 15 Jahre abgeschlossen. Pro Monat zahle der Regionalverband eine Miete plus Nebenkosten in Höhe von 150 000 Euro für 9000 bis 10 000 Quadratmeter. Das sei ungefähr der Betrag, den der Regionalverband bisher zahle und ein "ortsüblicher Preis". Weber: "Perspektivisch wird es aber günstiger." Erstens würden die Quadratmeter künftig besser genutzt. So werde es nur noch einen Empfang für beide Ämter geben. Zweitens müsste der Regionalverband weitere Räume mieten, weil die Ämter aus allen Nähten platzen. All dies zusammengerechnet, spare der Regionalverband für diesen Zeitraum fünf Millionen Euro gegenüber einer "Sanierung im Bestand". Wie Weber weiter mitteilte, werde nach dem Umzug des Sozialamts das Haus in der Talstraße renoviert. Die Verwaltung werde überlegen, wie dann diese Räume genutzt werden. Dieses Gebäude gehöre der Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss (ASS), an die der Regionalverband eine Miete zahle und die mit dem Geld die Gebäude am Schlossplatz in Schuss halte und saniere, erläutert Weber. Das Haus in der Heuduckstraße habe der Regionalverband von der Ruhegehalts- und Zusatzversorgungskasse des Saarlandes gemietet. Dieser Mietvertrag werde nun bis Ende 2017 verlängert, sagt Weber.

GIU-Geschäftsführer Jürgen Schäfer teilt mit, die beiden Ämter würden künftig auf einer freien Fläche rechts neben der Kassenärztlichen Vereinigung residieren. Der Mietvertrag sei schon unterschrieben und die Miete günstig. Denn die GIU stand im Wettbewerb mit anderen Standorten und Vermietern, sagt Schäfer. Im Januar 2016 werde feststehen, wer das Gebäude bauen wird. Bis zum Sommer 2016 soll die Baugenehmigung vorliegen, dann könnten die Bauarbeiten im September beginnen. Ende November 2017 müsse alles fertig sein. "Das ist knapp, aber machbar", meint Schäfer. Das hätten auch die fünf Firmen, die noch im Rennen sind, bestätigt. Falls die Ämter im Laufe der Zeit zum Beispiel wegen der hohen Flüchtlingszahl mehr Platz benötigen, sei noch Raum für einen Anbau.

Zur bereits in der Vergangenheit geäußerten Kritik, bei den Ansiedlungen auf dem Eurobahnhof-Gelände handele es sich zum Großteil um Umzüge bereits bestehender Firmen und Institutionen, meinte Schäfer, das sei bei solchen Projekten durchaus üblich. 70 Prozent seien Umzüge und der Rest neue Ansiedlungen. Auch die Versicherung IKK werde auf das Eurobahnhof-Gelände umziehen. Schäfer geht davon aus, dass 2018 die Arbeit der GIU erledigt ist und alle Grundstücke belegt sind. Dann gelte es, neue Gewerbegebiete zu erschließen. Darüber rede er derzeit mit der Verwaltung.

Meinung:

Richtige Entscheidung

Von SZ-RedakteurMarkus Saeftel

Der Umzug der beiden Behörden des Regionalverbandes macht Sinn. Jugend- und Sozialamt sind künftig unter einem Dach, die Fläche wird optimal genutzt und die Energiekosten sind deutlich niedriger als bisher. Dazu kommt, dass der Regionalverband zu einem späteren Zeitpunkt das heutige Sozialamt in der Talstraße saniert und andere Mitarbeiter dort einziehen können. Wenn der Regionalverband durch diesen Umzug an den Eurobahnhof so viel Geld spart wie angenommen, wirkt sich das aber hoffentlich auch auf die hohe Regionalverbandsumlage aus.

Wichtig ist jetzt, dass die Bürger genauso gut mit dem Bus auf das Eurobahnhof-Gelände kommen wie zurzeit in die Heuduck- und Talstraße. Zwar erreicht man bereits durch die Unterführung des Hauptbahnhofs das Gelände. Eine direkte Busverbindung wäre aber noch besser. Die Saarbahn GmbH ist bereits im Gespräch mit der Verwaltung. Für die städtische Gesellschaft GIU ist die Ansiedlung ebenfalls gut. Die letzte große freie Fläche wird nun gefüllt. Natürlich wäre es besser, wenn mehr neue Jobs auf dem Gelände entstanden wären. Der Großteil sind Umzüge. Trotzdem ist hier ein lebendiges neues Viertel mitten in der Stadt entstanden, das Saarbrücken aufwertet.