Sonne kann so super sein

Wer an Pfingsten ins Völklinger Freibad wollte, musste schon ein wenig Geduld mitbringen: zuerst beim Anstehen, dann beim Suchen nach einem freien Platz auf der Liegewiese. Aber dann gab es für den Spaß keine Grenzen mehr.

Sommerliche Temperaturen haben den Mitarbeitern im Völklinger Freibad über das Pfingstwochenende jede Menge Besucher beschert. Bereits am Samstag stürmten bis Kassenschluss knapp 1800 Gäste Liegewiesen und Schwimmbecken.

Hochbetrieb also überall. Gut zehn Minuten mussten zum Beispiel all die anstehen, die die Wasserrutsche hinunter sausen wollten. Im Sportbecken war so viel los, dass kaum daran zu denken war, ruhig seine Bahnen zu ziehen. Noch mehr Wasserratten im Bewegungsbecken, in dem eigentlich rund um die Uhr der Teufel los war. Gut, dass die Fachkräfte für Badebetriebe, wie Holger Zentes, Birgit Hahn und Tobias Messemer mit geschulten Augen stets den Überblick behielten. "Beliebtestes Vergehen ist es derzeit, Unterhosen unter den Badehosen zu tragen", berichtet Messemer. Ungern sehen es die Aufsichten auch, wenn Badegäste dick mit Sonnencreme eingeschmiert ins Wasser wollen. Absicht unterstellt der gelassen wirkende Schwimmbadmitarbeiter aber nicht: "Es ist noch früh in der Saison und so mancher muss sich erst wieder an die Regeln gewöhnen." Eine wichtige Neuerung bemerken die Badegäste nicht, für die Mitarbeiter bedeutet sie aber eine enorme Erleichterung: "Wir verwenden in dieser Saison erstmals statt Chlorgas Granulat, das ist viel einfacher zu handhaben."

Nicht zu erklären, sondern einfach nur als gegeben hinzunehmen ist die Bad-Mitarbeiter-Regel: "Die Gäste kommen erst, wenn die Sonne ein paar Tage am Stück scheint." So berichtet Messmer dann auch. "Am Freitag war es noch sehr ruhig." Trotz Hitze wollten einige noch mehr schwitzen, ehe sie sich im Wasser wieder abkühlten.

"Auf geht's, wir spielen eine Runde Fußballtennis", forderte Jan Prediger seine Kumpels auf. Wenige Minuten später waren die Jungs mit ihrem Fußball auf der Spiel-Wiese zugange. Auf den Liegewiesen zu kicken, daran war am Pfingstwochenende nicht zu denken. Wer nachmittags kam, musste schon nach einem freien Platz suchen. "Sieht so aus, als müssten wir uns aufteilen", resignierte zum Beispiel Marie Lutze beim Versuch, am Nachmittag ein größeres Fleckchen Grün für die Gruppe aus sechs Mädchen zu finden. Die Freundinnen zeigen dann urplötzlich auf eine kleine Berühmtheit: "Ist das nicht der Kommissar aus der Nachmittagsserie", fragt Marie. Ist er: Paolo Fragapane, der in der inzwischen eingestellten Serie "Schmiede 21" als Ermittler Mario Ferrari mitspielte. Für ihn nicht weiter ungewöhnlich: "Ich bin als Völklinger schon immer ins Völklinger Schwimmbad gegangen", sagt der Rapper und Schauspieler. Seine Fans beruhigte er: "Vielleicht spiele ich schon bald in einer anderen Serie mit." Wenig später war er einer von knapp 1800 normalen Badegästen, die einfach nur im kalten Nass ein wenig Abkühlung suchten.

Mehr von Saarbrücker Zeitung