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Solidarität für Britta ist ungebrochen

Zum Finale versammelten sich die drei Bands gemeinsam auf der Bühne. Fotos: Frank Faber
Zum Finale versammelten sich die drei Bands gemeinsam auf der Bühne. Fotos: Frank Faber
Otzenhausen. Die Bands Teamwork, Route 66 Saar und Dr. Horst and the Firemeiers standen beim Benefizkonzert „Drei Livebands gemeinsam für Britta“ auf der Bühne in der Otzenhausener Hunnenringhalle. Mit den 480 Besuchern feierte auch Britta Schug. Für sie hatte Michaela Weiler die Veranstaltung auf die Beine gestellt. Von SZ-MitarbeiterFrank Faber

Die Solidaritätswelle für Britta Schug geht weiter. Ihre Mutter Regina Backes schiebt sie im Rollstuhl durch die Menschenmenge in der Hunnenringhalle. Passend dazu spielt die Countyband Route 66 Saar den Hit "On the road again". Britta Schug wird liebevoll umgarnt vom Freundeskreis aus dem Heimatdorf Scheuern, Leute aus der ganzen Region sind zum Benefizkonzert nach Otzenhausen gekommen und bekunden durch Anwesenheit ihre Anteilnahme am Schicksal der jungen Frau. 2012 wurde sie Opfer eines Gewaltverbrechens. Mit den Folgen kämpft sie noch heute.

"Ich freue mich, dass so viele Leute hier sind", sagt sie. Britta ist gerührt über die Reaktion in der Bevölkerung. "Die Solidarität und die Anteilnahme gegenüber meiner Tochter ist schon ergreifend", kommen ihrer Mutter die Worte nicht leicht über die Lippen. Viel wichtiger ist jedoch, Britta ist den Umständen entsprechend gut drauf. Sie erzählt vom Klinik-Aufenthalt in Heidelberg, einer Handoperation und von den Reha-Maßnahmen in den St. Wendeler Bosenberg-Kliniken. Kurz darauf hört und beobachtet sie nur wenige Meter von der Bühne entfernt das Musikprogramm. Möglich gemacht hat die Wohltätigkeitsfete die Kneipchen-Wirtin aus Kastel, Michaela Weiler. Brittas Zuhause wird barrierefrei umgebaut, dafür soll der Erlös des Benefizkonzerts sein. So die Idee der 48-Jährigen. Bis zum Freitagabend hat sie Britta nur vom Foto gekannt, demnach emotional fällt die erste Begegnung aus. "Ich bin einfach super zufrieden, auch weil ich gesehen habe und mir ihre Mutter erzählt hat, dass Britta gesundheitlich Fortschritte macht", freut sich die Veranstalterin. Doch sie weiß, ohne die tolle Unterstützung von vielen Leuten, teilweise aus Nonnweiler Vereinen, sei eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen. "Ich kann mich nur bedanken", sagt sie, wie zudem Brittas Mutter. Auch Denise Klesen und Stefanie Klein, zwei Freundinnen von Britta aus dem Bohnentaldorf, haben bei Weiler angefragt und ihre Hilfe angeboten. Beide verkaufen Getränkebons und Lose für die Tombola. Die drei Bands, Dr. Horst and the Firemeiers, Route 66 Saar und Teamwork, standen ebenfalls sofort bereit. "Nachdem wir angefragt wurden, haben wir dann rum telefoniert und alle haben zugestimmt", schildert Jürgen Wilkin, Keyboarder und Manager von Teamwork.

Kurz vor Mitternacht verlässt Britta die Halle. "Ihre Beine schmerzen und sie ist müde", sagt ihre Mutter, als sich beide von Veranstalterin Weiler verabschieden. Barbara Sommer vom Scheuerner Dorfladen springt als Ziehungsfee bei der Tombola ein. Zu gewinnen gibt es unter anderem Rundflüge übers Saarland, eine Rehkeule oder eine Ganzkörpermassage. Beim Finale stehen alle Musiker mit dem Banner "Gemeinsam für Britta" noch einmal auf der Bühne und intonieren für sie Bob Dylans Welthit "Knockin on heavens door".

Mit dem Verwendungszweck "Für Britta" können Spenden auf das Spendenkonto der Rudi-Kappés-Stiftung überwiesen werden: Kreissparkasse St. Wendel (BLZ: 592 510 20), Konto-Nr.: 120 122 015.


Bis kurz vor Mitternacht feierten Britta und ihre Mutter Regina Backes (links) mit. Rechts: Veranstalterin Michaela Weiler.
Bis kurz vor Mitternacht feierten Britta und ihre Mutter Regina Backes (links) mit. Rechts: Veranstalterin Michaela Weiler.