So wollen Senioren in Saarbrücken leben

Die Mitglieder des SZ-Ältestenrats fühlen sich wohl in Saarbrücken. Doch trotz aller Vorzüge gibt es auch Dinge, die ihnen missfallen. Die Themenpalette reicht von Sauberkeit bis Sicherheit.

Vorsicht vor Taschendieben. So warnen Schilder an manchen Supermärkten in Saarbrücken vor Langfingern. Inge Schwarz wurde kürzlich zum Opfer von Dieben. Nach ihrem Einkauf habe sie die Quittung kontrolliert, ihre Tasche habe geschlossen vor ihr auf den Einkäufen gelegen. Da muss es passiert sein. "Ich habe es nicht bemerkt", sagt Schwarz. Sicherheit ist ein Thema, das Saarbrücker Senioren beschäftigt und welches der Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung bei seinem Treffen in der SZ-Kantine besprach. Unter dem Titel "Wie wollen wir in Saarbrücken leben?" trugen die Senioren zusammen, was sie besonders stört und was ihnen gefällt. In Sachen Sicherheit riet Anneliese Mathis zum Selbstschutz, indem Senioren keine so "dicken Geldbeutel mit sich rumtragen", wofür sie Zustimmung aus der nickenden Runde erhielt.

In punkto Sauberkeit sind manche Senioren sehr unzufrieden. Rüdiger Kaldewey hielt fest: "Wir appellieren an die Bewohner mitzuhelfen, um die Sauberkeit in Saarbrücken zu erhöhen." Als "etwas zu optimistisch" kommentierte dies Hildegard Redicker.

Manfred Riehs riet zu Maßnahmen, etwa die Bürger für Verschmutzungen zur Kasse zu bitten. Auch die "optische Vergewaltigung durch Graffiti", wie Kaldewey es nannte, sei ein Problem für Senioren . Schmierereien an Hauswänden sofort zu überstreichen empfahl Redicker, da die Fläche für Graffitisprüher uninteressant werde, wenn ihre "Selbstdarstellung narzisstischer Natur" nicht lange dort stehen bleibt.

Die Idee, weitere Flächen für Graffitisprüher zur Verfügung zu stellen, wie es sie schon an der Mauer gegenüber dem Staden gibt, stieß auf allgemein positive Resonanz.

Auch die Themen Verkehr und Parken sowie zunehmende Werbung beschäftigten den Ältestenrat.

Doch trotz allem, was stört, scheint Saarbrücken für die Senioren sehr lebenswert zu sein. Dafür fand der Ältestenrat viele Gründe: kurze Wege, viele Angebote für Senioren , die günstige Lage zu Frankreich, Luxemburg, Pfalz und Rheinhessen. Außerdem sei "ein Fluss durch die Stadt immer attraktiv", sagte Manfred Riehs. "Wer Kultur sucht, wird in Saarbrücken in jeder Hinsicht befriedigt", fügte Günther Ersfeld noch hinzu.

Und Axel Egler erntete Zustimmung, als er anmerkte, das Stadtbild habe sich zum Positiven gewandelt. Inge Schwarz fasste es für sich zusammen: "Ich bin so glücklich, dass ich Saarbrückerin bin."

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