So klappt's mit Sparen und Spaß haben Viele junge Leute haben wohl großzügige Eltern

So klappt's mit Sparen und Spaß haben Viele junge Leute haben wohl großzügige Eltern

Saarbrücken. Marie ist zehn Jahre alt. Zwölf Euro Taschengeld bekommt sie. "Das ist aber nicht genug", sagt die Schülerin. Mutter Barbara ist ratlos. Wie viel Geld muss sie ihrer Tochter eigentlich geben? "Anspruch auf Taschengeld haben Kinder nicht", sagt Karsten Schmidt vom Jugendamt des Regionalverbandes

Saarbrücken. Marie ist zehn Jahre alt. Zwölf Euro Taschengeld bekommt sie. "Das ist aber nicht genug", sagt die Schülerin. Mutter Barbara ist ratlos. Wie viel Geld muss sie ihrer Tochter eigentlich geben?"Anspruch auf Taschengeld haben Kinder nicht", sagt Karsten Schmidt vom Jugendamt des Regionalverbandes. "Wir geben zwar eine Empfehlung für die einzelnen Altersgruppen, doch was die Eltern zahlen, ist immer Verhandlungssache."

Kinder ab sechs Jahre sollten laut Jugendamt einmal wöchentlich 50 Cent bekommen (siehe "Auf einen Blick"). Die Taschengeldtabelle ist jedoch nur als Empfehlung zu betrachten. Was die Kinder bekommen, hängt schließlich davon ab, wie viel Geld da ist. "Eine Familie mit hohem Einkommen kann ihren Kindern natürlich mehr Taschengeld geben als eine, die mit Harz IV auskommen muss", erklärt Schmidt.

Vom Taschengeld können sich Jugendliche kleine Wünsche erfüllen. "Sie sollen frühzeitig lernen, wie weit sie mit einem bestimmten Budget kommen", sagt der gelernte Soziologe. Was die Schüler damit machen, spiele dabei erst einmal keine Rolle. Allerdings sollten die jungen Leute es nicht für Kleidung, Essen und Schulbedarf ausgeben müssen. "Wichtig ist, wertfrei über die gekauften Dinge zu diskutieren und zu helfen, statt Vorschriften zu machen", sagt Schmidt.

Klare Regeln sind wichtig

"Klare Vereinbarungen und feste Termine sind notwendig. Dann kommt es auch seltener zu Unklarheiten, und vor allem müssen die Kinder ihr Geld nicht einfordern."

Welches Taschengeld möglich ist, vereinbart die Familie am besten gemeinsam. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass das Taschengeld nicht viel niedriger ist als die Beträge im Freundeskreis. "Sonst werden Kinder schnell zu Außenseitern", sagt der Jugendpfleger. "Aber wenn es denn unbedingt das neuste Handy sein muss, muss der Jugendliche auch mal was dazuverdienen. Das ist klar." Modische Kleidung und Handys sind wichtige Statussymbole in der Pubertät.

Das weiß auch Nicole Burkert. Die Erziehungswissenschaftlerin und Familientherapeutin beim Kinderschutzbund Saarbrücken hat täglich mit Jugendlichen zu tun. "Cool zu sein ist für die Schüler extrem wichtig. Da kann es sogar mal dazu kommen, dass etwas entwendet wird - auch aus dem Geldbeutel der Eltern", erzählt sie. Doch meist beruhten solche Vorfälle auf zusätzlichen Konflikten in einer Familie. Wichtig sei andererseits aber auch, dass Eltern sich von ihren Kindern nicht unter Druck setzen lassen. "Meist setzen die sich jedoch selber unter Druck, sind verzweifelt, dass sie ihren Kindern nicht so viel bieten können", sagt Burkert.

Ihren Appell, das richtige Maß zu suchen, richtet sie auch an Familien mit hohem Einkommen: "Kinder sollten nicht zu sehr verwöhnt werden, auch wenn das nötige Kleingeld da ist. Zum einen, damit die Kinder lernen, mit einem bestimmten Betrag umzugehen und dass Dinge einen Wert haben. Und zum anderen, damit die Kluft zwischen ihnen und ihren Freunden nicht zu groß wird."

Burbach. 15 Euro für Elfjährige, 30,50 Euro für 16-Jährige? Die Taschengeldempfehlungen des Jugendamtes sollen Eltern als Orientierung dienen. Aber wie sieht es in den Geldbeuteln und Sparschweinen der Kinder und Jugendlichen wirklich aus?

An der Gesamtschule Rastbachtal gingen die Antworten der 15 Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren weit auseinander.

Die Spannbreite reichte von gar keinem Taschengeld bis zu 100 Euro monatlich. Ein Zehnjähriger beispielsweise lag mit 60 Euro im Monat weit über dem Wert von zwölf Euro, den das Jugendamt in diesem Alter empfiehlt. Auch zwei weitere Klassenkameraden bekommen mit 30 Euro mehr als das Doppelte. Unter den elf bis 13 Jahre alten Schülern war das Ergebnis ähnlich. Auch ihre Taschengeldhöhen überschreiten die Richtwerte des Jugendamts deutlich. Anstatt etwa 20 Euro erhielten sie monatlich zwischen 40 und 100 Euro. Das Taschengeld der 14- bis 16-Jährigen lag dagegen mit zehn bis 40 Euro nahe an den Orientierungswerten. Zwei Schülerinnen sagten sogar, sie bekämen kein regelmäßiges Taschengeld, die Eltern würden aber konkrete Wünsche bezahlen.

Generell hielt ein Drittel aller Befragten das eigene Taschengeld für zu niedrig. So versuchen einige Schüler bereits tatkräftig, was dazuzuverdienen. Sei es beim Babysitten, dem Verteilen von Zeitungen oder als Helfer beim heimischen Hausputz. Den hart erkämpften Zusatzverdienst geben sie nach eigenen Worten meist für Klamotten oder Videospiele aus.

Zwei Sechzehnjährige wollten außerdem etwas für den Führerschein zurücklegen. Insgesamt zeigte die Umfrage, dass die Schüler vom Rastbachtal schon jetzt durchaus vernünftig mit ihrem Geld umgehen. Die Großzahl der Befragten gab an, viel zu sparen. Nur vier Schüler sagten, sie hätten ihr Taschengeld meist schon nach wenigen Tagen aufgebraucht.

In solchen Fällen können aber auch die Eltern helfen, voreilige Ausgaben zu vermeiden. Zum Beispiel durch Jugend- oder auch Taschengeldkonten. Dabei handelt es sich um kostenlose Girokonten, worauf Eltern das Taschengeld regelmäßig überweisen. Mit einer eigenen Bankkarte kann das Kind sein Geld bei Bedarf abheben. Der Clou: Dieses Konto können die jungen Leute nicht überziehen. Der Sinn der Sache: Gibt's das Taschengeld nicht auf die Hand, sondern landet es direkt auf dem Konto, fällt es den Kindern oft leichter, eine angepeilte Summe zu sparen.

Auf einen Blick

Taschengeldtabelle: Kinder bis neun Jahre sollten ihr Taschengeld wöchentlich erhalten, und zwar unter sechs Jahren nicht mehr als 50 Cent.

Sechs und sieben Jahre: mindestens 1,50 Euro, nicht mehr als 2 Euro.

Acht und neun Jahre: mindestens 2 Euro, nicht mehr als 2,50 Euro.

Kinder ab zehn Jahren sollten ihr Taschengeld monatlich erhalten.

Die Empfehlungen:

zehn Jahre: zwölf Euro

elf Jahre: 15 Euro

zwölf Jahre: 17,50 Euro

13 Jahre: 20 Euro

14 Jahre: 22,50 Euro

15 Jahre: 25,50 Euro

16 Jahre: 30,50 Euro

17 Jahre: 41 Euro

18 Jahre: 61 Euro. stef

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