So helfen Malteser dem Papst

Rund 1000 Stunden Arbeit steckten Saarbrücker Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes in ein Vielzweckauto. Sie bauten einen Übertragungswagen des Saarländischen Rundfunks zur rollenden Rettungszentrale um.

Saarbrücken. Bombenfund auf dem Rodenhof: Die Malteser Saarbrücken sind dort, kümmern sich um Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten. Ihr Einsatzleitwagen (ELW) hilft ihnen dabei.Ökumenischer Kirchentag München: Die Malteser sind vor Ort. Und ihr ELW. Genauso wie beim Papstbesuch in Freiburg. Peter Horstmann, Leiter Einsatzdienste der Saarbrücker Malteser, erinnert sich, was er und seine fünf Kollegen bei ihren Einsätzen in Freiburg erlebten: "Wir mussten schnell an Ort und Stelle sein. Denn es war sehr, sehr warm, und wir hatten viele ältere Pilger zu betreuen. Es gab in unserem Einsatzabschnitt zum Glück nur drei ernsthafte Erkrankungen, darunter einen Kreislaufkollaps. Wichtig ist die richtige Erstversorgung. Dann müssen wir schnell die weiteren Schritte veranlassen."

Zeit für ein Gespräch mit dem Papst blieb da nicht. Ist aber nicht schlimm, denn die Hilfe an der Basis ist für Horstmann oberstes Gebot. "Wir sind Gottes Bodenpersonal, und wir sind es gern", sagt Horstmann, dem Christsein wichtig ist. Er will diese Einstellung in den Alltag tragen. Und dabei hilft der Einsatzleitwagen dem großen Saarbrücker Malteser-Team. "60 Aktive sind wir in Saarbrücken, und unser starker Schulsanitätsdienst sorgt für den Nachwuchs." Wo immer die Malteser anderen helfen und für ihre Sicherheit sorgen, darf der ELW nicht fehlen.

Ein Fahrzeug mit einer ganz besonderen Vorgeschichte. Peter Horstmann: "Das ist ein ehemaliger Übertragungswagen des Saarländischen Rundfunks. Wir übernahmen ihn 2008 günstig." Es ist ein 7,49-Tonner mit einem 7,50 Meter langen und 2,50 Meter breiten Aufbau. "In den Umbau steckten wir rund 1000 Stunden."

Dazu entfernten ein gutes Dutzend Malteser alles, was nicht mehr zu gebrauchen war, an einigen Stellen das komplette Inventar. Dann teilten sie den Wagen für seinen Zweck neu auf. "Unser ELW besteht neben dem Fahrerhaus noch aus einer Funkkabine, einem Führungs- und Besprechungsraum und einer Technikzelle, in der ein Notstromgenerator, ein Serverschrank und die Telefonanlage untergebracht sind.

Das Fahrzeug hat eine Klimaanlage, einen Notstromgenerator, ist mit Computerarbeitsplätzen ausgestattet und bietet alles, was zur Kommunikation heute wichtig ist: Funk, Telefon, Fax, Internet. Demnächst soll sogar eine Satellitenverbindung verfügbar sein.

"Sie ist wichtig, wenn das übrige Kommunikationsnetz einmal ausfallen sollte", sagt der Einsatzleiter. Mit Engagement allein war das alles nicht zu schaffen. "Sponsoren haben uns unterstützt. So stammen drei nagelneue Laptops des ELW von der Firma Orbis." Was ihn noch nützlicher macht.

Im weißen Wagen mit dem Malteser-Logo arbeiten die Entscheider. Mit ihm transportieren die Malteser wichtige Unterlagen, von ihm aus läuft der gesamte Funkverkehr.

Die nächsten Großeinsätze für das Super-Auto der Malteser in Saarbrücken rücken näher: das Altstadtfest, das Asta-Open-Air-Konzert, das Saar-Spektakel. Hin und wieder gibt es Massentreffs, die Horstmanns Herz, wie beim Papstbesuch, noch höher schlagen lassen: "Wir sind am 10. August beim Open-Air-Konzert von Unheilig auf dem Messegelände im Einsatz. Dort rechnen wir mit 25 000 Leuten."

Da dürfte kaum Zeit für einen Plausch mit dem Grafen und seiner Kapelle sein. Horstmanns Platz ist dort, wo so viel Arbeit drinsteckt: im weißen ELW mit dem Malteser-Logo.

Foto: malteser