So hätt' der Luther auf Saarländisch geschwätzt

"Kenn Rülpser, kenn Furz - was isn los, hat etwas mim Esse nit gestimmt?" - so hätte es sich wohl angehört, wenn Martin Luther ein Saarländer gewesen wäre. Doch der Urheber der Reformation war aus Eisleben in Sachsen-Anhalt und so ist nur die hochdeutsche Form der berühmten Frage bekannt "Warum rülpset und furzet Ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?"

Dass sich die bekannte Fragen und Zitate Luthers auf Saarländisch jedoch urkomisch anhören, ist seit Mittwoch klar. Der ehemalige Pfarrer von Brebach-Fechingen, Walther Henßen, hat "50 ausgewählte Zitate von Martin Luther" ins Saarländische übersetzt und auch gleich das ganze Buch so genannt, das der 78-Jährige geschrieben hat. Am vergangenen Mittwoch kamen etwa 30 Menschen zur ersten Lesung aus dem neuen Buch in die Saarbrücker Stadtbibliothek. "Ich bekam im Jahr 1982 die Idee, wichtige Werke ins Saarländische zu übersetzten. Saarländisch ist viel herzlicher als Hochdeutsch, und man kann viele Dinge viel genauer und emotionaler ausdrücken", sagte Walther Henßen bei der Lesung.

Grafisch untermalt werden die "50 ausgewählte Zitate von Martin Luther" mit kleinen Comics des Saarbrücker Zeichners Bernd Kissel. Den Gästen in der Stadtbibliothek gefiel die Lesung von Walther Henßen, der im Übersetzen ins Saarländische bereits ein alter Fuchs ist.

Der mittlerweile im Ruhrgebiet lebende Ex-Pfarrer übersetzte bereits die vier Evangelien, die zehn Gebote und die "Sieben Streiche von Max und Moritz" ins Saarländische. Das neue Buch des 78-Jährigen ist im Geistkirch-Verlag erschienen, kostet acht Euro und ist in den Saarbrücker Buchhandlungen erhältlich.