Skateboards geben Sicherheit

Wenn Kinder und Jugendliche in Ostafrika Straßen mit ihren Skateboards erobern, wird es dort sicherer. Diese Erfahrung hat der Saarbrücker Skateboarder Daniel Gluche gemacht. Er fördert deshalb ein Skaterprojekt in Nairobi, will aber auch in Saarbrücken helfen, eine neue Skateranlage zu bauen.

Das Skateboard, sagt Daniel Gluche, "ist global und universell, es kennt weder Grenzen noch Krieg, Hautfarbe oder Hass, arm oder reich". Deshalb, findet der Saarbrücker Skateboarder und Unternehmer, eignet sich das rollende Brett, um "Selbstvertrauen, Gemeinschaftsbewusstsein, Eigenverantwortung und Zielstrebigkeit von Kindern und Jugendlichen und ihre freie Entfaltung" zu fördern.

Genau das versucht Daniel Gluche in einem Vorort der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Er war beruflich als Projektmanager in Ostafrika und hat dort in seiner Freizeit Skater kennengelernt. Es sei in Afrika nicht anders als in Saarbrücken: "Die Kinder und Jugendlichen lieben diesen Sport." Anders als hierzulande ist es in Afrika aber ein Problem, ein Skateboard zu bekommen.

Gluche bat saarländische Skateboarder übers Internet um Hilfe. "Ohne viel Diskussion, dafür mit umso mehr Herzblut" spendeten sie 60 Skateboards, die Sven Trittschack in einem Szeneshop in Empfang nahm. Der saarländische Verein "Future on Skates" von Caro Becker stellte zusätzlich Inlineskates, Arm- und Beinschützer zur Verfügung.

Zusammen mit einem Geschäftspartner von Daniel Gluche, der ein internationales Transportunternehmen führt, und dessen Bruder, der die "erste Skating Schule in Kenia" betreibt, wurde das Material kostenlos nach Kenia verschifft. Vor einigen Wochen wurden die Skateboards bei der Eröffnung des ersten kenianischen Skateparks, den Daniel Gluche zusammen mit der Titus-Dittmann-Stiftung "Skate Aid" gebaut hat, an Jungs und Mädchen des Shangilia-Kinderheims übergeben. Auch Teilnehmer am Hoperaiser-Projekt in Korogocho, "einem der gefährlichsten Slums Nairobis", wie Gluche erklärt, haben Skateboards bekommen.

In Korogocho "konnten die Menschen vor ein paar Monaten noch nicht mal tagsüber durch das Gebiet laufen, das heute von den Skatern und Kids benutzt wird", erzählt der Saarbrücker Skater. Gluche: "Als nach und nach eine Straße betoniert wurde und die Jugendlichen endlich einen Platz zum Skaten und Fahrradfahren hatten, passierte etwas Unglaubliches: Die Kids dieses Slumviertels engagierten sich für diesen Platz, wurden von der Nachbarschaft unterstützt, und aus einer der gefährlichsten Straßen Kenias wurde ein Platz der Begegnung."

Gluche träumt davon, weiter Skateboarder-Träume zu verwirklichen. "Einer der wichtigsten für mich als Saarländer ist es, auch endlich wieder einen anständigen und gut geplanten Skatepark in Saarbrücken zu realisieren. Und so wieder den Bürgerpark attraktiver für die jungen Leute und somit auch sicherer für alle Saarbrücker zu machen", sagt er.

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