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| 20:22 Uhr

Sie retteten die Jugendarbeit

Güdingen. Saarbrückens Grenzstadtteil Güdingen verneigt sich vor acht rüstigen Rentnern Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Güdingen. Saarbrückens Grenzstadtteil Güdingen verneigt sich vor acht rüstigen Rentnern. Voller Hochachtung sprechen die Güdinger von einem "Rentner-Club", einer "Pensionärstruppe" oder einer "Oldie-Gang", wenn sie von den Männern sprechen, die aus Liebe zum Fußball und ihrem SV Güdingen den Sommer über geackert haben, damit der staubige Güdinger Tennenplatz zwischen Kreisel und Rennbahn ein Kunstrasenplatz werden kann. Denn der SV Güdingen gehört zu den Fußballvereinen der Stadt, für die ein Kunstrasenprojekt finanziell nicht so einfach zu stemmen ist, und so musste einiges in Eigenleistung, also in körperlicher Mithilfe beim Sportplatzumbau in das Projekt eingebracht werden. Bei der Güdinger Rentnertruppe, in der Jürgen Schley mit 60 Jahren der Jüngste und Heinz Hausknecht mit 83 Jahren der Älteste ist, bedeutete dies hauptsächlich: Gräben für die Drainage ziehen. Die Drainage ist wichtig, damit das Regenwasser gut vom Sportplatz ablaufen kann. Neben Schley und Hausknecht gehören Ulrich Hurtak, Egon Nix, Gerhard Wolf und Karl Haßdenteufel zum Club der ehrenamtlichen Grabenzieher. Und Karl-Heinz Herrmann, der erläutert, warum der Umbau für den Sportverein überlebenswichtig war: "Hätten wir uns nicht zu diesem Gewaltakt entschlossen, dann würde es in Güdingen wohl keine Jugendarbeit mehr im Fußballbereich geben." Staubige Tennenplätze, von denen zudem das Regenwasser nicht mehr ordentlich abfließe, seien bei den Eltern, die einen Fußballverein für ihre Kinder suchen, nicht mehr sehr gefragt. Zusammen bringt es die Veteranen-Kolonne übrigens auf 582 Jahre Lebenserfahrung. Als die Arbeitsgemeinschaft der Güdinger Vereine jetzt ihren Terminkalender für 2013 vorstellte, wurden die glorreichen Acht gebührend geehrt. Die ersten Anekdoten ranken sich auch schon um das Senioren-Oktett: So soll sich einer aus der Gruppe mühsam mit dem Rollator zum Kleinbagger bewegt haben, um dann mit dem Arbeitsgerät etliche Kubikmeter Erdreich zu bewegen. Ob es ein solches Engagement in einigen Jahrzehnten noch einmal geben könnte, scheint unwahrscheinlich. Denn Wilfried Klein, der Vorsitzende der Güdinger Vereins-AG, kritisierte in seiner Ansprache, die steigende Unvereinbarkeit von Berufs- und Vereinsleben: "Bei uns wurde zwar noch keine Veranstaltung abgesagt, anderswo fehlen den Vereinen aber einfach die Arbeitskräfte, um zum Beispiel eine Volkswanderung durchzuführen." Von den Arbeitnehmern werde immer mehr Flexibilität verlangt, da bliebe kaum noch Zeit für Freizeit oder Ehrenamt. Auch die Veranstaltungen seien betroffen: "Wenn die Geschäfte samstags bis 20 Uhr oder sogar bis Mitternacht geöffnet sind, haben die Angestellten keine Zeit mehr, um auf die Veranstaltungen zu gehen."