Sie jubeln an der Saar für „Juve“

Jetzt hängt's nur noch an der Zahlungsmoral: Wenn wirklich alle 152 Mitglieder ihren Vereinsbeitrag bezahlen, ist in Saarbrücken ein Juventus-Turin-Fanclub zuhause, der deutschlandweit vorn liegt.

Antonino Paxia weiß im Moment nicht, wie ihm geschieht. Vor etwa drei Monaten hatte er zusammen mit Vincenzo Simonetta und Giovanni Iacono die Idee, einen Fanclub des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin zu gründen. Jetzt, drei Monate später, ist der "Juventus Club Saar" eigentlich der größte Juve-Fanclub in Deutschland.

"Das Problem bei uns Italienern ist ja, dass sich schon viele, also genau 152 Fans, für eine Mitgliedschaft angemeldet haben, aber erst knapp 100 den Mitgliedsbeitrag zahlten. Also können wir auch noch nicht offiziell sagen, dass wir 152 Mitglieder haben", erklärt "Toni" Paxia. Außerdem muss die Juventus-Vereinsführung in Italien zunächst den Antrag der Saarländer auf einen Status als offizieller Juve-Fanclub absegnen.

Bedingungen erfüllt

Die formellen Bedingungen dafür hat der Club mit mindestens 80 zahlenden Mitgliedern bereits erfüllt. "Ich hoffe, dass die anderen jetzt in die Gänge kommen. Erst dann können wir uns größter Juve-Fanclub in Deutschland nennen", klagt Vereins-Kassierer Paxia, dem momentan nur ein ähnlich mitgliedsstarker (128), aber auch europaweit agierender Juve-Fanclub in Hamburg bekannt ist.

Elf Vorstandsmitglieder

"Wir hatten Anfang Mai eine Info-Veranstaltung organisiert, zu der schon 40 Leute kamen", erinnert sich Paxia. Mittlerweile hat der Verein elf Vorstandsmitglieder, die sich vorher nicht über den Weg gelaufen waren: "Man lernt sich langsam kennen, und das klappt auch wirklich gut." Präsident ist Giovanni Iacono, Schriftführer Patrizio Maci, der Präsident des Integrationsbeirates Saarlouis.

Er spricht perfekt italienisch und kann die notwendigen Gespräche mit der Juventus-Zentrale in Turin führen. "Wir haben mit Günther Straßner sogar einen Deutschen im Vorstand", merkt Toni Paxia stolz an und erklärt, wie alles anfing: "Das war bei der Auslosung des Champions-League-Viertelfinals zwischen Juve und dem FC Bayern. Wir wollten mit einer Gruppe Juve-Fans zum Spiel fahren, kamen aber selbst über einen Fanclub in Frankreich nur an überteuerte Karten", sagt Paxia.

Er versteckt dabei seinen Groll über die mangelnde Solidarität der benachbarten Juve-Fans nicht: "Da dachten wir: ‚Warum sollten wir eigentlich nicht selbst einen Fanclub gründen?‘ Wir haben uns dann zusammengesetzt und eine Seite bei Facebook eingerichtet."

Schon bald bot ein Mitglied den Vereinsfreunden an, in seiner kommerziell betriebenen Fußball-Halle in Saarbrücken kostenlos einen Clubraum einzurichten. Um allen Mitgliedern gerecht zu werden, hofft Paxia auf die baldige Anerkennung als offizieller Fanclub und auf eine bessere Zahlungsmoral der Vereinsmitglieder. Er ruft ihnen zu: "Fino alla Fine! Forza Juve!” (etwa: "Bis zum bitteren Ende! Starkes Juve").