„Sie hat es echt auf den Punkt gebracht“

Charlotte Britz diskutierte mit Jauchs Gästen, darunter Bordellbetreiber Jürgen Rudloff und Sexarbeiterin Lena Morgenroth, über ein Verbot von Prostitution. Für Saarbrücken lehnte sie den Tausch von Sex gegen Geld ab.

Prostitution ist nichts, was Saarbrücken braucht. Sie zerstört die Würde der meisten Frauen und wird von der überwältigenden Mehrheit der Bürger abgelehnt - mit dieser Position hat die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) am Sonntagabend in Günther Jauchs ARD-Talkrunde zum Thema "Großbordell Deutschland - muss Prostitution verboten werden?" zu punkten versucht. Unter den Kontrahenten war auch Bordellbetreiber Jürgen Rudloff, der in der Landeshauptstadt groß ins Geschäft kommen will und die Standortwahl auch mit der Nähe zu Frankreich begründete.

Einen Tag nach ihrem Auftritt zeigte sich die Oberbürgermeisterin mit ihrem TV-Auftritt zufrieden. Wie sie der SZ verriet, sei sie anfangs nervös gewesen ("solch einen Auftritt hat man nicht jeden Tag"), habe sich aber durch teilweise sehr emotionale Beiträge nicht aus dem Konzept bringen lassen und auf Sachlichkeit und ruhigen Ton gesetzt. Die Reaktionen seien freundlich ausgefallen.

So habe ihr der deutsche Städtetagspräsident Ulrich Maly gratuliert und sogar eine Freundin aus Schultagen habe sich bei ihr gemeldet.

Facebook-Nutzer kommentierten den TV-Auftritt der Oberbürgermeisterin auf dem Facebook-Auftritt der SZ-Redaktion Saarbrücken überwiegend positiv. Marga Herzog ist "stolz" auf sie, da sie "authentisch wie immer" aufgetreten sei. Christine Mhamdi stimmt zu: "Ich finde, sie hat Saarbrücken sehr gut vertreten!" Melanie Bayer findet, Charlotte Britz habe es "echt auf den Punkt gebracht". Ariane Sauzay-Frohns beurteilt ihre Argumentation als "einleuchtend und glaubwürdig", während Elisabeth Quirl erklärt: "Charlotte war klasse!!!"

Einige Facebook-Nutzer waren aber nicht so begeistert. Auf Pouneh Maleki hat die Oberbürgermeisterin zwar einen "guten" Eindruck gemacht, aber sie kam für ihren Geschmack "leider nicht so oft zu Wort". Mash Pett bemängelt, sie habe "zu wenig gute Argumente" gehabt und sei "nicht so überzeugend" gewesen, die Prostituierte sei "viel beredter" und "sehr viel besser" aufgetreten als Charlotte Britz. Nathalie Ze-Jo dagegen ist die"studierte Prostituierte voll auf die Nerven" gegangen. Birgit Wagner hat Frau Britz "sehr gut gefallen", die "wortgewaltige Frau Morgenroth" sieht Wagner aber kritisch - sie habe "nicht so privilegierten Leibesdienerinnen kaum einen Gefallen getan". Kerstin Brandstätter sieht die ganze Talkrunde gar als "Werbesendung" für Prostitution und urteilt: "Thema verfehlt."

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saarbrueckerzeitung.sb