Sicher unterwegs auf dem Rad

Dass laut einer Studie 20 Prozent der Schüler von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden, kann der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes verstehen. Wenn Kinder vertraut mit dem Fahrrad sind, müsse das aber nicht sein, sagt er.

Sicher meistern die Drittklässler der Grundschule Folsterhöhe den schwierigen Fahrrad-Parcours auf ihrem Schulhof. Obwohl viele Eltern und viel lokale Prominenz aus Politik und Sport zuschauen, zeigen sie kaum einen Wackler, als sie ihren engen Slalom fahren. Genau so sicher stoppen sie ihre Räder an der vorgegebenen Markierung.

Weiter geht es durch die Baumgruppe am Schulhof querfeldein. Dann ein erneuter Slalom auf dem Asphalt und zurück zum Start, wo die nächste Runde beginnen kann. "Richtig Radfahren in der Grundschule" heißt das neue Projekt von Saarländischem Radsportbund und Saar-Bildungsministerium. Ziel ist es, die motorischen Fähigkeiten der Kinder durch Radfahren zu fördern. Gleichzeitig sollen die Geschicklichkeit gesteigert und ein sicherer und sattelfester Umgang mit dem Fahrrad erzielt werden.

Schulleiterin Jessica Gregori war "richtig stolz", so viele hochrangige Gäste zum Start dieses Pilotprojektes zu begrüßen. Ihre Schüler wussten nicht nur mit sicherem Radfahren zu begeistern, sie lockerten die Veranstaltung außerdem mit ihren Liedern auf.

Kultusminister Ulrich Commerçon verzichtete auf eine Rede und versuchte, mit den Kindern auf Augenhöhe zu erörtern, welche Erfahrungen sie mit dem Radeln und dem Sport gesammelt haben. Als höchsten deutschen Sportfunktionär stellte er Alfons Hörmann, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, vor - und Gerd Meyer, den Präsidenten des Saarländischen Sportbundes.

Hörmann ging auf eine Studie ein: "Es ist belegt, dass 20 Prozent der Schüler von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden." Das sei zwar verständlich, weil Eltern offenbar Angst hätten, die Schüler eigenständig zu Fuß oder mit dem Rad auf den Schulweg zu schicken. Das Projekt könne aber ein Ansatz sein, den Jungs und Mädchen mehr zuzutrauen. "Richtig Radfahren in der Grundschule" wird zunächst an insgesamt 16 Grundschulen starten. Als Zielgruppe sind die Schüler der Klassenstufe drei vorgesehen, da das Projekt der eigentlichen Radfahrausbildung der Viertklässler in den Jugendverkehrsschulen vorgeschaltet ist.