Show-Ballett bringt Sozialkritik auf Bühne

Rund 650 Zuschauer hat das Show-Ballett „Todes“ in die Congresshalle gelockt. Mit energiegeladenen Choreografien und aufwändigen Kostümen konnte das Ensemble das Publikum für sich gewinnen.

Eine nahezu perfekte Körperbeherrschung, moderne Spezialeffekte und mitreißende Musik - nach seiner Deutschlandpremiere vor 1000 Besuchern im Europa-Park Rust gastierte das renommierte russische Show-Ballett "Todes" am vergangenen Dienstag im Saarland. Zirka 650 Zuschauer, die meisten Russlanddeutsche , kamen in die Saarbrücker Congresshalle, um sich von den kreativen Tanzeinlagen faszinieren zu lassen.

Die Show war auch für den deutschen Show-Geschmack durchaus überzeugend und hätte mehr Zuschauer verdient gehabt. Eröffnet wurde das Programm durch eine Gruppe in silbernen Kostümen, die recht brav, aber sehr synchron zu einer modernen Fassung eines vertonten, lateinischen Gebets tanzte.
Getanzte Sozialkritik

Weniger brav und religiös ging es dann in den folgenden Tanzeinlagen zu, bei denen unter anderem gesellschaftliche Problemfelder geschildert werden sollten: Ein Aufmarsch der Soldaten, die armen Leuten ihr letztes Hab' und Gut' nehmen, der Casanova, der mit einer Vielzahl von Frauen schläft und dabei mehrere uneheliche Kinder zeugt sowie das Schicksal von Frauen, die in Bordelle verschleppt werden. Der zweite Teil der Show bildete dazu einen Kontrast. In einer imaginären Zeitreise wurden Tänze aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts aufgeführt. Die Palette reichte dabei vom Rock'n'Roll über das Disco-Fieber der 1970er Jahre und ein Michael-Jackson-Medley bis hin zu einem klassischen Pas de Deux. Die Show endete wie sie begann: Gezeigt wurde erneut eine idyllische Darbietung eines Ensembles, das Tanz und Seilspringen kombinierte. Und inzwischen auf 25 Jahre im Show-Geschäft zurückblickt. Alles in allem eine rundum gelungene Show in der Congresshalle.