Seniorenresidenz-Projekt geht an den Start

Bis Ende 2015 soll beim Alten Rathaus in der Völklinger Innenstadt eine Seniorenresidenz entstehen. Oberbürgermeister Lorig hat gestern den entsprechenden Vertrag mit einer Projektgesellschaft geschlossen.

Auf den Freiflächen zwischen Altem Rathaus und dem früheren Kino in der Innenstadt soll bis Ende 2015 eine Seniorenresidenz entstehen. Der "Residenzeck Am Alten Rathaus" genannte Neubau soll rund 100 Plätze in Einzel- und Doppelzimmern sowie acht Penthouse-Wohnungen bieten. Unter der Devise "Betreutes Wohnen" können hier je nach Bedarf Dienst- und Pflegeleistungen hinzugebucht werden. Der Gebäudekomplex soll jeweils mit vier Geschossen an die Bismarckstraße und an die Hofstattstraße angrenzen. Diese beiden Einheiten werden durch einen Zwischentrakt samt angrenzender Grünflächen miteinander verbunden.

Dieses Projekt hat Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) gestern Nachmittag in einem Termin bei dem Völklinger Notar Ingo Ludwig festgeklopft. Dort unterschrieb Lorig den Kaufvertrag mit der eigens gegründeten Projektgesellschaft "Seniorenresidenz Völklingen" und brachte auch gleich die Baugenehmigung mit. Zu dieser Gesellschaft haben sich der Saarländer Daniel F. Dilger (HDZ Seniorenprojekte) und Helmut Peter (H & P Gruppe Gießen) zusammengeschlossen. Hilger gilt hier als Initiator des Projektes, während sich Peter mit seiner bundesweit im Seniorenbereich tätigen Gruppe als "Bauherr" sieht.

Peter rechnet für das Projekt in Völklingen mit Gesamtkosten von rund 13 Millionen Euro. Rund 300 000 Euro gehen hierbei laut Lorig als Kaufpreis für das rund 3000 Quadratmeter große Gelände an die Stadt. In den Vertrag sind laut Oberbürgermeister und Investor "übliche" Rücktrittsklauseln eingebaut. Und: Der Bau solle in vier Monaten beginnen und binnen 24 Monaten beendet sein. Lorig erwartet, dass "spätestens im August" die Bagger anrücken. Der jetzige Mietparkplatz beim früheren Kino wäre noch zu räumen. Die Frontfläche an der Bismarckstraße ist bereits frei. Dort wurden schon vor Jahren einige Häuser abgerissen.

Peter hat nach eigenen Angaben bereits 80 Objekte bundesweit realisiert. Für die Anlage in Völklingen, so Peter, werde man einen geeigneten privaten Betreiber auswählen: "Wir nehmen niemanden, der zwar eine hervorragende Bonität, aber eine miserable Pflege hat." Preise wollte der Investor noch nicht nennen: "Der Markt wird es darstellen. Wir wollen keinen Verdrängungswettbewerb, sondern eine Bedarfslücke füllen." Die Lage mitten in der Stadt, "im Leben mittendrin", sei ein großer Vorteil, und ebenso die "100-prozentige Zustimmung durch die Politik", die das Projekt in Völklingen genieße.

Bewohner und Besucher sollen auch Haustiere in die Seniorenresidenz mitbringen dürfen. Der Bauherr und seine Ehefrau Gabriele Peter-Schön hatten gestern beim Notar ihren eigenen Hund dabei. "Frisst der Papier?", hatte sich Lorig vorher vorsichtshalber erkundigt. Nemo, elf Monate alter Appenzeller Sennenhund, blieb brav und schnüffelte nur ein wenig an den Genehmigungsunterlagen.

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Oberbürgermeister Lorig (r.) übergab gestern die Genehmigungsunterlagen an Helmut Peter, Gabriele Peter-Schön und Daniel F. Dilger (v.l.). Auch Junghund Nemo mischte mit. Foto: Becker & Bredel Foto: Becker & Bredel
Auf dieser Freifläche von der Bismarckstraße bis hin zur Hofstattstraße (rechts zu sehen im Hintergrund die Kino-Seitenfront) soll die Seniorenresidenz entstehen. Foto: Jenal Foto: Jenal

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HintergrundIm dritten Anlauf soll nun der seit langem geplante Neubau einer Seniorenresidenz in der Völklinger Innenstadt gelingen, nachdem frühere Initiativen gescheitert sind. Das Gelände, das jetzt in Angriff genommen wird, besteht aus dem Parkhof, der 2006 zusammen mit dem Ex-Kaufhof-Gebäude von der Familie Ostrolenk erworben wurde, und umfasst auch die früheren Anwesen Bismarckstraße 8, 10 und 12, Hofstattstraße 7 sowie Grundstücke im Verbindungsbereich zwischen beiden Straßen. Die Stadt hatte bereits 1979 begonnen, erste Flächen aufzukaufen. Raum für betreutes Wohnen für Senioren gehört auch zu den wichtigsten Zielen des bereits unter Alt-Oberbürgermeister Hans Netzer (SPD) gestarteten Programms Stadtumbau West, das die Innenstadt insgesamt wieder attraktiver machen soll. er