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Seit 33 Jahren zeigen diese Narren Gespür für den barocken Auftritt

Saarbrücken. Ganz wie ihre großen Vorbilder, die Fürsten aus dem Barock, steht sie seit jeher für große Auftritte. Seit 1980 gibt es die Groß-Saarbrücker Karnevalsgesellschaft. Was bedeutet: "Die Nassauer" werden dreimal elf Jahre alt

Saarbrücken. Ganz wie ihre großen Vorbilder, die Fürsten aus dem Barock, steht sie seit jeher für große Auftritte. Seit 1980 gibt es die Groß-Saarbrücker Karnevalsgesellschaft. Was bedeutet: "Die Nassauer" werden dreimal elf Jahre alt. Schon im Oktober 1980, zum Fest vor dem Saarbrücker Schloss, ließen sie aufhorchen, hatten sie doch einen Nassauer-Regenten aufgetrieben: Norman Gay, den damaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten der Bahamas, aus der Bahamas-Metropole Nassau.



Das höfische Gehabe der Saarbrücker Fürsten wurde zum Markenzeichen der Gesellschaft. Der unvergessene Karl Nickel wurde Hofmarschall und später Ehrenhofmarschall mit Allongeperücke und Pagen.

Eine weitere Vorzeigefigur schufen die "Nassauer" mit dem Hof-Harlekin. Zunächst prägte Eva Hofmann die Figur. Nach ihrem Tod schlüpfte Petra Gorek in diese Rolle. Zum Elferrat, bei den "Nassauern" wie bei allen anderen Karnevalsgesellschaften ein Muss, formierten sich die Hofdamen. Und vor wenigen Jahren kamen die "Schlossgeister" hinzu, die sich dem Schautanz widmen. Jüngster Spross des Einfallsreichtums der "Nassauer" ist der Hofrat. Wie alle anderen Sparten trägt er prächtige Uniformen.

Zurück zum Gast aus dem fernen Nassau: Norman Gay wurde damals zum ersten Mitglied der "Table Ronde", an der sich seither Chevaliers und Fürsten versammeln. Diese Würdenträger erhalten ihren Ritterschlag beim jährlichen Senatorenabend der Gesellschaft. "Aus dem Kellerkind ist mittlerweile ein stattlicher Fürst geworden", sagt Axel Dumont, neben Dieter Bügler Ehrenpräsident der "Nassauer". Damit spielt er auf den Gründungsort der Gesellschaft an: den Schlosskeller. Damals schrieben sich die "Nassauer" auf die Fahnen, für alle Saarbrücker Stadtteile da zu sein, die noch keinen eigenen Karnevalsverein haben, also Alt-Saarbrücken und Malstatt.

Dumont erinnert sich: "Ziel der ,Nassauer' war es, das fastnachtliche Brauchtum in und um Saarbrücken zu beleben und zu fördern mit dem Anspruch und der Anlehnung an das gräfliche und fürstliche Geschlecht der Nassauer. Das heißt: Wir wollten - auf gehobenem Niveau - stilvoll und mit Frohsinn die Bürger begeistern. Und das alles, ohne den sozialen Aspekt aus dem Auge zu verlieren."

Der Eintritt zur traditionellen Sessionseröffnung am 11. November ist ebenso frei wie zu den Kinderfesten der "Nassauer". Und den Eintrittspreis für die obligatorische Prunk-Kappensitzung in der Congresshalle wollen die "Nassauer" so lange wie möglich unter zehn Euro halten. Dumont: "Damit sich auch Familien den Eintritt leisten können." al

Die Prunk-Kappensitzung steigt am Freitag, 1. Februar, ab 20.11 Uhr in der Congresshalle, die Kinderfeste sonntags, am 3. und 19. Februar, ab 15.11 Uhr im VHS-Zentrum am Schloss. Karten für die Prunksitzung der Gesellschaft gibt's unter den Telefonnummern (06 81) 5 62 65 oder Handy (01 72) 6 65 22 22.

Foto: becker&bredel