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Sein Held ist eine „richtig coole Socke“

Saarbrücken. Der gebürtige Saarbrücker Autor Stephen Philipps wird am 27. März erstmals im Saarland seinen Thriller „Im Schatten des Schwarms“ vorstellen. Ein Mord und Wissenschaftsspionage führen einen Interpol-Agenten nach China, wo Philipps selbst zwei Jahre verbracht hat. Marco Reuther

Ein gebürtiger Saarbrücker schreibt einen Kriminalroman, und es ist kein Saarland-Krimi, sondern ein fesselnder Thriller an internationalen Schauplätzen? Doch, das geht: Mit "Im Schatten des Schwarms" hat Stephen Philipps - der Name ist ein Pseudonym - ein Debüt geschrieben, dessen Held der weltweit agierende deutsche Interpol-Agent Thomas Ohanzee ist. Es geht um Wissenschafts-Spionage im großen Stil: An der Uni Stuttgart wird, nach einem grausamen Mord an einer Sekretärin, eine Festplatte mit den Daten zu einem Schwarm mikroskopisch kleiner Nano-Roboter gestohlen, die Milliarden-Gewinne versprechen. Die Spur führt nach China zu einem mächtigen Verbrecher-Syndikat.

Der 49-jährige Autor hat in Heidelberg und Trier, aber auch in Taiwan und in China Sinologie studiert. Neben Chinesisch spricht er Englisch, Spanisch und Dänisch, er lebte mehrere Jahre in Kopenhagen, wagte den Quereinstieg in die IT-Branche (Informations-Technologie) und war 13 Jahre Projektleiter für einen großen Telekomunikations-Konzern in Ulm. Voriges Jahr dann ein Neuanfang: Gemeinsam mit einem Freund hat Philipps einen kleinen, aus dem Europäischen Hochschulverlag ausgegründeten Verlag gekauft und in "Nexx-Verlag" umbenannt - und dort ist auch "Im Schatten des Schwarms" erschienen.

Aber die Technologie, hinter der die Verbrecher her sind, ein Schwarm, bestehend aus 20 000 Nano-Robotern - ist das nicht ziemlich starker Tobak? "Nein, keineswegs", so Philipps, "so wie im Roman dargestellt ist es zwar noch Zukunftsmusik, doch geforscht wird tatsächlich schon daran." Ein Bericht über diese Forschung hatte Philipps auf die Idee zu seinem Roman gebracht. Er besuchte Professor Paul Levi am "Institut für Parallele und Verteilte Systeme" (IPVS) der Universität Stuttgart und ließ sich den Stand der Forschung erklären. Tatsächlich gab es dort bereits Schwärme aus 300 etwa drei bis vier Zentimeter großen Miniaturrobotern, denen das Verhalten von Tierschwärmen "beigebracht" wurde. Ein Fernziel für den Einsatz von "Nanobot"-Schwärmen ist etwa das Zerstören von Krebszellen im Körper.

Doch zurück zum Roman: Was für ein Held ist denn Thomas Ohanzee? "Grüblerische, zerrissenen Kommissare mit familiären Problemen gibt es nach meinem Geschmack genug", schildert Philipps, "ich wollte einen echten Helden - so eine richtig coole Socke." Er muss wohl ein harter Hund sein, denn Ohanzee landet auch in einem chinesischen Gefängnis, in dem die Gefangenen durch Folter und Terror die Hackordnung aufrecht erhalten. "Und das", so Philipps, "ist leider keine dichterische Freiheit sondern beruht auf einem Bericht eines ehemaligen politischen Gefangenen in China." Auf der anderen Seite sei es aber auch "ein faszinierendes Land, in dem ich viele nette Menschen kennengelernt habe", berichtet der Schriftsteller.

Zur Lesung aus "Im Schatten des Schwarms" kommt Stephen Philipps am Freitag, 27. März, 17 Uhr, nach Saarbrücken ins Restaurant Haus Brück (Mainzer Straße 6).

nexx-verlag.de