Seger muss die Segel streichen

Nach verpatztem Saisonstart hat Fußball-Landesligist SSV Oppen die Reißleine gezogen und sich von Trainer Klaus Seger getrennt. Neben der sportlichen Talfahrt gaben laut Geschäftsführer Christian Beckinger auch „unüberbrückbare Differenzen“ letztlich den Ausschlag.

Die Saison in der Fußball-Landesliga ist noch keine drei Wochen alt, da rauscht es schon gewaltig. Bereits vor dem Ligaspiel am vergangenen Sonntag haben die Verantwortlichen der SSV Oppen ihren Trainer Klaus Seger entlassen. Der übernahm das Team in der vorherigen Saison und führte es auf Platz fünf. Jetzt bei der klaren 2:7-Pleite am Sonntag bei der SG Körprich-Bilsdorf saß Seger zwar auf der Oppener-Trainerbank. Doch dies passierte auf eigenen Wunsch, für die Mannschaft verantwortlich war er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Die SSV war unter Seger mit drei Niederlagen in die Runde gestartet, anschließend habe man "sowohl mit der sportlichen Leitung als auch mit den Spielern eine umfassende Analyse der prekären sportlichen Situation vorgenommen", berichtet Oppens Geschäftsführer Christian Beckinger. Ergebnis: "Die Basis für eine weitere zielführende Zusammenarbeit" sei nicht mehr gegeben. "Zwischen dem Trainer und Teilen der Mannschaft hat sich in letzter Zeit aus unterschiedlichen Gründen eine Kluft aufgetan, die aus Sicht der Vereinsführung nicht mehr zu überbrücken war", sagt Beckinger. So stieß unter anderem Segers Vorschlag, disziplinarisch härter durchzugreifen, beim Vorstand auf wenig Gegenliebe. Aus Beckingers Sicht hätte das dem Zusammenhalt innerhalb des Teams geschadet. Und da sich der Verein keinen Umbruch leisten könne, müsse eine andere Lösung her. Die sieht nun vor, dass Co-Trainer Abdeslam Said sowie die Übungsleiter der Reserve, Jochen Engel und Kai Schmidt, das Team bis auf Weiteres betreuen. Dabei handele es sich zwar um eine "Interimslösung. Wir werden aber keine Schnellschüsse machen", meint Beckinger. Zur Zeit sei es schwer, "jemanden zu finden, der für einen Schub sorgen kann". Seger wollte sich auf SZ-Nachfrage nicht zur Trennung äußern.

Ein erhoffter, positiver Effekt durch die Entlassung hat sich bis jetzt allerdings noch nicht ergeben. Auch am Mittwoch im Saarlandpokal zeigte die SSV eine schwache Leistung. Bei Bezirksligist VfB Differten verlor Oppen mit 2:5 - der erste Pflichtsieg lässt damit weiter auf sich warten. Ob er am Samstag um 18.30 Uhr ausgerechnet im Heimspiel gegen die mit neun Punkten gestartete SSV Überherrn gelingt, darf bezweifelt werden. Dabei wurde Seger auch zum Verhängnis, dass Oppen momentan auf mehrere Stammkräfte verzichten muss. Ob Michael Gleissner, Sebastian Silvanus, Alexander Blum, die sich alle erst im Aufbau-Training befinden, oder Neuzugang Michael Schneider (Muskelverletzung) - es fehlten einfach einige Spieler, "die zentrale Positionen einnehmen", sagt Beckinger. Somit bleibe nur die Hoffnung, dass sich zum einen die "personelle Situation schnell entspannt." Und zum anderen, "dass die spannungsgeladene Atmosphäre aufbricht und der Knoten endlich platzt." Denn eines weiß Beckinger genau: "Wir hängen hinten drin und müssen aufpassen, dass wir nicht den Anschluss verlieren."