Seehund-Schmatzer für die Patentante

Saarbrücken. "Du musst die Hände hinter den Rücken halten und mit dem Kopf etwas nach vorne gehen, dann gibt sie dir einen Schmatzer auf die Backe", sagte Tierpflegerin Daniela Riesner zu der zwölfjährigen Abirami Senthilkumaran. Die Schülerin durfte mit ihrer Schulklasse am Freitagmorgen bei der Seehundfütterung im zoologischen Garten hautnah dabei sein

Saarbrücken. "Du musst die Hände hinter den Rücken halten und mit dem Kopf etwas nach vorne gehen, dann gibt sie dir einen Schmatzer auf die Backe", sagte Tierpflegerin Daniela Riesner zu der zwölfjährigen Abirami Senthilkumaran. Die Schülerin durfte mit ihrer Schulklasse am Freitagmorgen bei der Seehundfütterung im zoologischen Garten hautnah dabei sein. "Ein Seehundkuss fühlt sich etwas kalt an, aber es war eine interessante Erfahrung", sagte Abirami, die in die sechste Klasse der erweiterten Realschule (ERS) Bruchwiese geht. Im Herbst 2008 hatten die Schülerinnen und Schüler der beiden sechsten Klassen der ERS die Idee, zwei Tierpatenschaften im Saarbrücker Zoo zu übernehmen. "Wir haben zuerst von jedem Schüler einen Euro eingesammelt, und dann haben wir Weihnachtsschmuck gebastelt und auf dem Weihnachtsmarkt am Saarbrücker Schloss verkauft", erzählt Lehrerin Ulrike Rubel, die das Tierpaten-Projekt der ERS betreut. Das Seehundbaby Nana, das im Juni 2008 auf die Welt kam, und ein namenloses Schönhörnchen haben sich die Schülerinnen und Schüler ausgesucht. Zoodirektor Richard Francke überreichte den beiden Schulklassen ihre offiziellen Patenschafts-Urkunden. "Wir haben etwa 150 Tierpatenschaften im Saarbrücker Zoo. Mit den finanziellen Beiträgen helfen uns die Paten ein gutes Stück weiter. Das Geld wird in erster Linie für das Futter ausgegeben", sagt der Zoodirektor. 25 Euro kostet die Patenschaft für das Schönhörnchen und 300 Euro für den Seehund Nana. "Alle Patenschaften dauern ein Jahr. Bei Patenschaften über 100 Euro ist darin eine Familieneintrittskarte für ein ganzes Jahr im Wert von 60 Euro enthalten", so Francke. Eine Patenschaft für eine Giraffe ist mit 800 Euro die teuerste im Zoo. Für die beiden Schulklassen hat der Zoodirektor noch eine Überraschung. "Bei einem Wandertag im Sommer bekommen die Klassen eine Privatführung durch unseren Zoo", verspricht der Zoodirektor. "Ich denke, wir werden öfter bei den Seehunden und den Schönhörnchen vorbeischauen. Schließlich wollen wir ja wissen, wie es unseren Patenkindern geht", sagte der 13-jährige Zinar Kazik nach der Seehundfütterung. Und danach machten sich mehr als 30 neue Patenonkel und -tanten wieder auf den Weg ins warme Schulgebäude. leh