Schwimmlehrer zahlen jetzt für ihre Kurse

Bislang konnten gewerbliche Schwimmlehrer Kurse anbieten, ohne für die Benutzung der Saarbrücker Bäder zu zahlen. Die Bäderbetriebsgesellschaft sah die Konkurrenz für das eigene Angebot und reagierte.

Private Schwimmlehrer, die in Saarbrücker Bädern unterrichten, zahlen seit Jahresbeginn für die Benutzung der städtischen Einrichtungen. 20 Euro fallen für gewerbliche Anbieter seither pro Kurseinheit an, berichtet die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS). Betroffen seien beispielsweise die Seestern Sport GmbH, die Schwimmschule Seestern, das Baby-Schwimmen Martin und die Schwimmschule Wagner. Bislang haben laut VVS private Schwimmlehrer die Bäder für ihre Kurse kostenlos genutzt, im Gegensatz zu Schulen und Vereinen. Die Pauschale sei also eingeführt worden, um alle Anbieter gleichermaßen für die Ausstattung und Instandhaltung der Bäder zur Kasse zu bitten. Der neue Kostenbeitrag von 20 Euro pro Schwimmeinheit von 30 bis 60 Minuten entspreche etwa dem Betrag, den Schulen und Vereine bezahlen.

Ohne diese 20 Euro "würde das einen Wettbewerbsvorteil" für gewerbliche Anbieter bedeuten, erklärt Gabriele Scharenberg-Fischer, die Geschäftsführerin der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS). Da "wir in allen Bädern unser eigenes Kursangebot ausbauen und selber Kurse anbieten", stellten "diese gewerblichen Anbieter für uns eine Konkurrenz dar".

Von den neuen Kosten für Schwimmlehrer berichtete SZ-Leser Ingo Kroker aus Bischmisheim. Für seinen siebenjährigen Enkel sei der Unterricht dadurch teurer geworden. Auf etwa elf bis zwölf Euro summiere sich nun ein einmaliger Besuch im Kombibad Fechingen. In dieser Rechnung enthalten seien die Eintrittspreise für Kind und Begleitperson sowie das Trainer-Honorar. Ob der Lehrer den Anstieg seiner Gebühren auf Kursteilnehmer umwälzen wolle, sei jedoch "seine unternehmerische Entscheidung", teilt die BBS mit.

Die große Differenz zwischen dem Preis für Schwimmunterricht, den Vereine anbieten, und den Kosten für die Kurse eines privaten Anbieters findet Kroker ungerecht. Er schlägt vor, dass, wenn eine Gleichbehandlung gegenüber Vereinen stattfinden soll, Kinder und Begleitpersonen - wie beim Vereinsschwimmen auch - freien Zutritt zum Bad bekommen und dass der Kurs - ebenso wie Vereine - eine eigene, abgetrennte Bahn bekommt. Darauf antwortete die VVS: "Die Kursteilnehmer der gewerblichen Anbieter werden von uns weiterhin nur mit den aktuell gültigen Eintrittstarifen belastet, wie auch unsere eigenen Kursteilnehmer. Das setzt sich zusammen aus Kursgebühr plus Eintrittspreis pro Einheit." Auch abgetrennte Bahnen wird es wohl für die Kinder, die von privaten Anbietern das Schwimmen lernen, nicht geben. Scharenberg-Fischer: "Da die Kurse im Rahmen der öffentlichen Schwimmzeiten stattfinden, ist eine Absperrung von Bahnen nur möglich, wenn es der Betrieb erlaubt. Da allerdings die Zeiten für den öffentlichen Badebetrieb schon durch das Schul- und Vereinsschwimmen massiv eingeschränkt sind und weitere Absperrungen für weitere Behinderungen sorgen würden, wird davon Abstand genommen."