Schweres Jahr für unsere Bauern

Die Bauern und Hobbygärtner der Region fahren dieses Jahr fast durchweg schlechte Ernten ein. Mal war es lange viel zu nass, dann zu trocken. Nur Pilzesammler können noch auf eine Wende zum Besseren hoffen.

Ein Landwirtschaftsjahr der Gegensätze. Russland, China, Australien und die USA verzeichnen Rekordernten. Davon kann im Regionalverband Saarbrücken nun gar keine Rede sein. Zum Beispiel an der Oberen Saar. Aber auch weit, weit darüber hinaus. "Die Ernte ist 30 Prozent schlechter als im vergangenen Jahr. Das geht fast allen Ländern in Mittel- und Westeuropa so", sagt Wolfgang Kessler. Er bewirtschaftet das Gut Hartungshof in Bliesransbach, einen der größten Bauernhöfe im Regionalverband .

"Es war im Frühjahr viel zu nass, aktuell ist es schon wieder zu trocken. Das bedeutet, dass der Raps für nächstes Jahr nicht keimt. Dieses Jahr kann man einfach vergessen", sagt Kessler, den auch die niedrigen Weltmarktpreise nerven. "Durch die weltweiten Rekordernten liegt der Preis für 100 Kilo Weizen etwa bei 14 Euro. Um unsere schlechte Ernte auffangen zu können, müssten wir 25 Euro pro 100 Kilo bekommen", sagt der Landwirt.

Auch die Obsternte war alles andere als berauschend. "Die Sauerkirschen-Ernte war gut, und die Birnen-Ernte liegt vielleicht gerade noch so im Durchschnitt. Alles andere war eine Katastrophe", sagt Harald Kurz. Er ist der Vorsitzende des Bezirksverbandes Saarbrücken der Obst- und Gartenbauvereine. "Von Ende April bis Mitte Mai war das Wetter nicht gut. Es bildeten sich keine ordentlichen Blüten, und zudem gab es nachts vereinzelt noch Frost. Das sind die Gründe für die schlechte Ernte", sagt Kurz. Die verkorkste Blüten-Saison und mieses Wetter setzten auch den Bienen zu. "Wenn es regnet, fliegen die Bienen gar nicht. Die Frühtracht-Ernte war dieses Jahr etwa ein Zehntel der sonstigen Ernte. Und die Sommerernte geht noch deutlicher gegen Null", sagt Susanne Meuser, die Vorsitzende des Kreisverbandes Saarbrücken im Imker-Landesverband.

Doch Susanne Meuser hat noch Hoffnung auf bessere Erträge. "Es gibt einen Spruch bei den Imkern, dass es im ersten Jahr Ernte für den Markt gibt, im zweiten Jahr für die Lagerung im Keller. Und im dritten Jahr gibt's nix. Dieses war nun das dritte Jahr. In bin seit zwölf Jahren dabei, und der Spruch hat sich bislang immer bewahrheitet", sagt die Imkerin.

 So üppig fällt die Pilzernte in diesem Jahr bisher bei uns nicht aus. Es ist einfach zu trocken. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
So üppig fällt die Pilzernte in diesem Jahr bisher bei uns nicht aus. Es ist einfach zu trocken. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Letzte Hoffnung: Haben wenigsten die Pilzfreunde hierzulande die Körbe voll? "Nein, es ist aktuell viel zu warm und zu trocken, und in dieser und der nächsten Woche ist auch kein Regen gemeldet. Es sieht sehr schlecht aus", sagt Rita Kallfelz. Die Pilzsachverständige aus Gersweiler hat aber noch Hoffnung. "Die Pilzsaison geht im Prinzip bis zum ersten Frost. Wenn es mal zwei oder drei Tage richtig durchregnet, dann stehen die Chancen gut, dass wir zwei Wochen später Pilze ernten können."