Schüler üben fürs Unternehmer-Dasein

Saarbrücken · Das Projekt „Schülerfirmen“ bietet jungen Leuten die Möglichkeit, auszuprobieren, ob es für sie in Frage käme, Unternehmer zu werden. Dazu gründen und betreiben die Schüler ein Jahr lang eine Firma, ohne dabei Geld zu riskieren.

Von der ersten Idee über Werbemaßnahmen bis hin zur Produktion und zur Buchhaltung - eine eigene Firma zu gründen, bringt viele Aufgaben und in der Regel ein finanzielles Risiko mit sich. Da ist es gut, wenn junge Menschen das einfach mal risikofrei ausprobieren können. Diese Möglichkeit bietet sich saarländischen Schülern ab der zehnten Klasse im Projekt "Schülerfirmen".

Am Montag trafen sich zehn Schülerfirmen mit ihren betreuenden Lehrern und Vertretern des Instituts der Deutschen Wirtschaft und dem Verein "Arbeit, Leben, Wirtschaft, Schule" (Alwis) in der Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK) in Saarbrücken . Die Schülerfirmen gründen sich nach den Sommerferien. Dann entwickeln die Schüler ihr eigenes Produkt und kümmern sich um Marketing, Vertrieb und Buchführung. Nach einem Jahr lösen sie das Unternehmen wieder auf. Carolin Bollow von Alwis betreut das Projekt. Sie sagt: "Im Prinzip läuft bei den Schülerfirmen alles wie in einem richtigen Unternehmen ab, nur ohne finanzielles Risiko." Jede Firma bekommt zu Beginn 90 Anteilsscheine, die sie für jeweils 10 Euro verkaufen.

Das Geld aus dem Verkauf ist das Grundkapital der Firma. Bollow sagt: "Meistens verkaufen die Schüler die Anteilsscheine an die Familie oder an Freunde. Eigentlich sollen die Käufer ihr Geld nach Ende des Jahres wieder zurückbekommen, aber viele spenden es den Schülern auch einfach." Am 28. Februar gibt es die Schülerfirmenmesse im Saarparkcenter in Neunkirchen. Dort haben alle zehn Firmen einen Stand und können ihre Waren verkaufen.

Die Ideen der Schüler sind unterschiedlich. Eine Gruppe möchte eigenen Schmuck herstellen und verkaufen. Andere verfassen ein zweisprachiges Kochbuch. Eine der zehn Schülerfirmen kommt aus dem Regionalverband Saarbrücken . Simon Diehl, Peter Grün und Nadim Baghdadi vom Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum 1 (TGBBZ1) in Saarbrücken planen die Firma "Blueline". Die drei Schüler möchten zwei Produkte anbieten. Zum einen entwickeln sie eine App, bei der es um ein Geschicklichkeitsspiel geht, zum anderen programmieren sie kleine Computer, die an einen Flachbildschirm angeschlossen und dann als Werbe- oder Infotafel genutzt werden. Nadim Baghdadi erklärt: "Das Projekt ist eine gute Möglichkeit, zu lernen und zu erfahren, wie es ist, eine Geschäftsidee umzusetzen. So kann jeder für sich herausfinden, ob die Selbstständigkeit eine Option für das spätere Berufsleben darstellt."

Ob die drei Schüler sich nach ihrem Abschluss am TGBBZ1 tatsächlich selbständig machen wollen, wissen sie jetzt noch nicht. Auch wenn es kein finanzielles Risiko gibt, besteht natürlich die Möglichkeit, dass die Firma erfolglos bleibt, weil sich ihre Waren nicht gut verkaufen. Darüber machen sich die drei jungen Männer von "Blueline" aber keine Sorgen. Nadim Baghdadi: "Natürlich kann immer etwas schief gehen. Aber wir glauben an unsere Idee, und wir haben die Unterstützung unserer Schulpaten und der Schulleiterin, Frau Lauer."

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