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Schüler sollen Entwicklungshilfe durch Handy-Recycling leisten

Schüler sollen Entwicklungshilfe durch Handy-Recycling leisten

Rohstoffschatz statt Elektroschrott: Eine neue Kampagne der Landesregierung wirbt an Schulen dafür, alte Mobiltelefone einzusammeln und recyclen zu lassen. Der Erlös daraus soll sozialen Projekten zukommen.

Unbewusst stapeln sich bei vielen zuhause kleine Rohstoffschätze in den Schubladen: Alte Handys, manche benutzt bis zum letzten Systemabsturz, andere gerade mal ein Jahr alt, weil dann das Nachfolgemodell schon interessanter war. Statt die ungenutzten Mobiltelefone zu horten oder gar im Hausmüll zu entsorgen, sollten sie zur Wiederverwertung abgegeben werden. So könnten die darin enthaltenen Rohstoffe neu genutzt werden. Dieses Handy-Recycling unterstützt die gestern vorgestellte Kampagne der Staatskanzlei "Hol die Grufits raus!" in Kooperation mit dem Weltkonzern Deutsche Telekom unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ).

Die Kampagne richtet sich an weiterführende Schulen im Saarland. Dort sollen Schüler künftig ihre alten Handys in eine Kiste werfen. Eine Firma in Goslar recycele die Mobiltelefone , hieß es. Noch funktionstüchtige und wiederverkaufbare Modelle sortiere das Unternehmen aus, erklärte die Nachhaltigkeits-Expertin der Telekom Cornelia Szyszkowitz. Eine Vertriebsgesellschaft kümmere sich dann um die weitere Aufbereitung von Handys. Persönliche Daten würden dabei von den Handys gelöscht. Vertrieben würden die Handys teils in Europa und teils in Asien, sagte Fritz Lauer, Leiter Information und Nachhaltigkeit der Telekom. Nur etwa zehn Prozent der Handys gehörten zu diesen hochwertigen Telefonen. Die Telekom nehme zudem "nicht aus finanziellen Gründen" an der Kampagne teil, betonte Szyszkowitz. Es sei vielmehr eine Aktion, die rein "dem Nachhaltigkeitsgedanken" entsprungen sei. Pro abgegebenem Handy, so erklärte Szyszkowitz, ergebe sich ein Materialwert von etwa einem Euro. 60 bis 70 Cent würden davon am Ende ausgezahlt werden können. Der Erlös solle Projekten in Entwicklungsländern zugute kommen. Schulen könnten aber auch an bereits vorhandene Partnerprojekte spenden. Neben der Sammel-Aktion gehören zur Kampagne auch Unterrichtsmaterialien, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer, Expertenreferate und kreative Projekte. Im Juli 2015 will die Staatskanzlei Bilanz ziehen.