Schotte bringt den Broadway mit

Auf Einladung des Vereins Kultur und Bewusstsein gastiert der Sänger, Pianist, Komponist und Arrangeur Charles Robin Broad heute mit dem Programm „Broad on Broadway“ im Malstatter Kultur- und Bürgerzentrum Breite 63. SZ-Mitarbeiterin Kerstin Krämer hat mit ihm gesprochen.

Was erwartet das Publikum bei Ihrem Konzert "Broad on Broadway" mit der Sopranistin Rebecca Vanden Berg und der Pianistin Natalya Chepelyuk?

Broad: Wir bringen Songs und Duette aus Broadway-Musicals und Evergreens. Lieder wie "Over the Rainbow" aus "der Zauberer von Oz", "Maria", "Somewhere" und "Tonight" aus "West Side Story" sowie "Bali H'ai" aus "South Pacific". Dazu Überraschungsnummern, etwa "The Lorelei" und "Summertime Serenade" von George Gershwin, Ausschnitte aus Lloyd-Webbers "Phantom der Oper" und allerlei Wissenswertes und Kurioses über die Geschichte des Musicals.

Sie sind Pianist und gefragter Korrepetitor und sitzen normalerweise selbst am Flügel. Warum ist nun bei "Broad on Broadway" mit Natalya Chepelyuk eigens eine Klavierbegleiterin mit an Bord?

Broad: Natalya ist eine hervorragende Pianistin; durch ihre Mitwirkung kann ich mich mehr auf Gesang und Moderation konzentrieren.

Sie arbeiten schon lange mit der Sopranistin Rebecca Vanden Berg zusammen. Was schätzen Sie an ihr?

Broad: Als Rebecca mit ihrem damaligen Mann, dem Tenor Terence Vanden Berg, nach Saarbrücken kam, suchte sie einen Gesangslehrer. Sie studierte bei mir klassischen Gesang und Bel Canto, und ich merkte rasch, dass sie durch die Erfahrung, die sie in den USA mit Musicals und Balladen-Singen gesammelt hatte, über eine tolle Sopranstimme für Anlässe wie Hochzeiten, Weihnachtskonzerte und ähnliche Gelegenheiten verfügt. Sie harmoniert mit meiner Tenorstimme im Duo ganz hervorragend.

Wie entstand eigentlich Ihr künstlerisches Alter Ego "Prof. Lenny Finkensteiner"?

Broad: Der Name entstand im Theaterzelt 1991/92, als ich anonym bleiben wollte. Damals habe ich einige Stücke aus meinem Programm "Musica Kleptomania" gebracht und "Schweinische Lieder" mit den Schauspielern des Saarländischen Staatstheaters. Unter Synonym hatte ich schon während der Bayreuther Festspiele von 1975 bis 1985 mit Festspielchor und -orchester erfolgreich Wagner-Parodien und andere ulkige Arrangements produziert. Als ich in Saarbrücken nach einem Auftritt im Theaterzelt zum Weinfest auf den St. Johanner Markt ging, wurde ich überall bejubelt und gefeiert und zu einem Glaserl Wein eingeladen. Damals dachte ich, hier bleibe ich, hier bin ich wer. Diesen Moment werde ich nie vergessen.

Woran arbeiten Sie momentan sonst noch? Und worauf freuen Sie sich besonders?

Broad: Zurzeit arbeite ich an vielerlei, etwa einem Crossover-Chorprojekt mit meiner "Mass of spirituals" und einer Rock-Fassung von Vivaldis "Gloria". Besonders meine Kompositionen beschäftigen mich: Ich schreibe für zahlreiche Wettbewerbe, um etwas bekannter zu werden und meine Werke zur Aufführung bringen zu können. Übers Wochenende habe ich eine Transkription meines Werkes "Leviathan" bearbeitet, für das ich beim Kompositionswettbewerb an der Engelbert-Humperdinck-Musikschule in Siegburg einen Preis gewonnen habe. Bei der Preisverleihung im Oktober werde ich eine neue Fassung des Werkes aufführen. Mein Arrangement der Ouvertüre zu "Die zweite Prinzessin" am Saarbrücker Theater Überzwerg, das beim Londoner "Consort of winds" ins Finale kam, wurde mehrmals in Londoner Parks aufgeführt und liegt im Publikumsvotum ganz vorne. Und dann freue ich mich auf das nächste Weihnachtskonzert meines VHS-Projektchors "Yellow Submarine": Am 15. Dezember bringen wir um 17 Uhr im großen Saal des VHS-Gebäudes neue Arrangements internationaler Weihnachtslieder.

Freitag, 4. Oktober, 20 Uhr, Breite 63: "Broad on Broadway". Karten: Tel. 0171- 5361370, Michael.Britz@t-online.de.

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Zur PersonCharles Robin Broad wurde in Schottland geboren, wuchs in London auf und lernte Klavier, Klarinette, Saxophon und Geige. Seit vielen Jahren ist er in Deutschland als Sänger, Solorepetitor und Chordirektor tätig, so beim Festspielchor Bayreuth, am Nationaltheater Mannheim, am Stadttheater Hagen und am Saarländischen Staatstheater. kek