Schneller zu einem Facharzt-Termin

Saarbrücken · Am 25. Januar startet ein neuer Facharzt-Vermittlungsservice für Kassenpatienten (die SZ berichtete). Die Ärzte befürchten zu hohe Erwartungen der Patienten. Denn Wunschärzte und Wunschtermine werden nicht vergeben.

 SymbolbildLocation:Frankfurt:Oder

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Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Statistik sagt: Es kann eigentlich nichts schief gehen. Im Vorfeld der Einführung der gesetzlich vorgeschriebenen "Terminservicestellen", die Patienten einen schnelleren Zugang zu Facharztterminen ermöglichen sollen, hat die Kassenärztliche Vereinigung Saar (KV) ermittelt, was da auf sie zukommt. 60 relativ dringende Termine pro Tag würden saarlandweit bei Fachärzten nachgefragt, so der KV-Bereichsleiter für Innere Verwaltung Siegfried Stolz-Wagner gestern gegenüber Medienvertretern. Nicht eingerechnet sind jedoch die eigeninitiierten Anfragen ohne Überweisung, auch nicht die vielen akuten Fälle, die bereits jetzt über das Instrument der "dringlichen Überweisung" innerhalb von zwei oder maximal sieben Tagen zu einem Facharzt finden. Laut KV-Erhebung bleiben nur rund zehn Patienten täglich übrig, die derzeit ihre Facharztsuche frustriert abbrechen. Und genau für diese Gruppe wird ab dem 25. Januar die Terminservicestelle (TSS) tätig: Sie übernimmt und garantiert eine Facharztvermittlung innerhalb von vier Wochen. Drei Mitarbeiterinnen wurden geschult - für eine durchschnittliche Gesprächsdauer von sechs Minuten. Doch zunächst dürfte es länger dauern, um zu erklären, was die TSS überhaupt leisten darf. Sie wird nämlich nur tätig, wenn die Überweisung die Dringlichkeitsziffer Drei trägt. Auch fallen Routine- und Vorsorge-Untersuchungen gar nicht unter die gesetzliche Vermittlungspflicht. Wünsche nach einem bestimmten Arzt oder Termin werden nicht erfüllt. Es sei bei den Patienten noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, sagte der Vorsitzende des KV-Vorstandes, Gunter Hauptmann, gestern. Man dürfe sie nicht als zentralen Vermittlungsdienst missverstehen und missbrauchen. Man setze auf die Vernunft der Patienten und die freiwillige Mitarbeit der Fachärzte, die freie Termine für die Vermittlung melden müssen. "Wir haben eine patientenorientierte Organisation geschaffen", so Hauptmann.

Die TSS ist ab 25. Januar, montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr erreichbar unter Tel. (06 81) 85 77 30.

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