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Schmutzige Geschäfte mit alten Kleidern

Solche illegalen Container müssen weg. Foto: Landeshauptstadt
Solche illegalen Container müssen weg. Foto: Landeshauptstadt
Saarbrücken. Die Landeshauptstadt Saarbrücken weist auf illegal aufgestellte Altkleidercontainer hin und warnt vor deren Benutzung. Die Container würden den Eindruck von wohltätigen Sammlungen erwecken, tatsächlich aber würden sich hinter den Aufstellern meist dubiose Unternehmen oder Briefkastenfirmen verbergen, welche die eingesammelten Textilien zu Geld und Profit machten

Saarbrücken. Die Landeshauptstadt Saarbrücken weist auf illegal aufgestellte Altkleidercontainer hin und warnt vor deren Benutzung. Die Container würden den Eindruck von wohltätigen Sammlungen erwecken, tatsächlich aber würden sich hinter den Aufstellern meist dubiose Unternehmen oder Briefkastenfirmen verbergen, welche die eingesammelten Textilien zu Geld und Profit machten. Mit Wohltätigkeit und karitativen Zwecken hätten diese Container nichts zu tun, heißt es.



Legale und seriöse Sammler hätten auf ihren Containern in der Regel ihren Namen, ihre Anschrift und Telefonnummer vermerkt. Illegale Sammler beließen es meist nur bei einer Handynummer. Der Handel mit alten Textilien sei lukrativ: Eine Tonne Altkleider erziele auf den entsprechenden Märkten etwa 400 Euro. Für eine Tonne Schuhe gebe es bis zu 1200 Euro.

Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) der Landeshauptstadt macht seit Dezember des vergangenen Jahres Pilotversuche in Altenkessel und Güdingen. Dort wird die blaue Papiertonne alle acht Wochen auch als Sammeltonne für Altkleider verwendet (wir berichteten). Diese Praxis soll nun nach und nach auf weitere Stadtteile ausgedehnt werden. Wegen ihrer doppelten Nutzung bezeichnet der ZKE die Tonne als Kombi-Tonne. Ziel ist es, den Bürgern eine bequeme und kostenfreie Abfuhr alter Textilien zu bieten und dadurch gleichzeitig die Abfallgebühren stabil zu halten.

Die unzulässig aufgestellten Sammelcontainer verschandeln der Stadt zufolge zudem die Straßen und behindern den Verkehr: Container standen auf Gehwegen und unmittelbar vor Bushaltestellen, so dass Fußgänger gezwungen waren, auf die Straße auszuweichen. Teilweise wurden Container auch auf privatem Gelände, wie etwa in Vorgärten von Wohnhäusern, abgestellt. Die Landeshauptstadt Saarbrücken weist darauf hin, dass sich betroffene Bürger in diesen Fällen an das Ordnungsamt wenden können. Das Amt gehe gegen das illegale Aufstellen vor und setze den Aufstellern kurze Fristen zur Beseitigung der Container. Kommen die Betreiber dieser Aufforderung nicht nach, dann drohen ihnen ein Zwangsgeld in Höhe von mehreren tausend Euro und die Einziehung des Containers.

Die illegalen Altkleidercontainer werden meist auf städtischen Flächen aufgestellt. Jegliche Nutzung dieser Flächen ist aber erst nach Genehmigung und Zuteilung einer kostenpflichtigen Sondernutzungserlaubnis erlaubt.

Doch die Betreiber der illegalen Container haben keine entsprechenden Anträge eingereicht. Zumal die Stadtverwaltung Anträge zur Sammlung von Altkleidern, Schuhen und Textilien durch kommerzielle Sammler im öffentlichen Raum nach eigener Aussage ablehnt. Im vergangenen halben Jahr hat sich die Zahl der unzulässig aufgestellten Altkleidercontainer im Saarbrücker Stadtgebiet vervielfacht. Das Ordnungsamt hat inzwischen über 50 Container gezählt. Das Problem ist mittlerweile auch bundesweit bekannt. red

Wer einen illegal aufgestellten Container entdeckt, kann dies dem Ordnungsamt der Stadt Saarbrücken melden unter Tel. (06 81) 9 05 35 84.

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