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Schmuck-Galerie Seekatz schließt

St Johann. Seit 115 Jahren gibt es die Galerie Seekatz. Seit drei Generationen ist sie ein Teil der Saarbrücker Bahnhofstraße. Hier wurde zuerst Kunst verkauft, später dann Schmuck. Diesen Freitag wird Inhaber Konrad Seekatz seinen Laden zum letzten Mal öffnen. mila

An der Eingangstür der Galerie Seekatz in der Bahnhofstraße steht unter dem Schild mit den Öffnungszeiten der Zusatz: "Nach Vereinbarung oder immer, wenn offen ist." Solch ein variables Beratungsangebot gibt es selten in der Hauptgeschäftsstraße. Und auch einen derartigen Familienbetrieb findet man nicht mehr häufig

Doch die Galerie Seekatz wird in Kürze Geschichte sein. Morgen, am Freitag, 28. Februar, schließt Inhaber Konrad Seekatz (61) sein Geschäft . Gesundheitliche Probleme und andere Pflichten seien die Gründe für das Ende, sagt der Chef. Immer leerer wird es daher in dem 110 Quadratmeter großen Ladenlokal. Seekatz verkauft im Moment Schmuck und sein Inventar.

1909 gründete Seekatz' Großvater - wie Seekatz' Vater hieß auch er Konrad mit Vornamen - den Familienbetrieb als Kunstgalerie. Sie befand sich damals noch in der zweiten Etage des Geschäftshauses. Vor 29 Jahren übernahm Seekatz die Leitung. Um 2002 bezog er die Räume im Erdgeschoss. Ein kleines Schaufenster verweist seitdem auf den Laden. Schon Jahre davor änderte Seekatz dazu die Ausrichtung der Galerie: Statt Malerei, Grafik und Skulpturen verkauft er seit 1989 Steine und Schmuck. "Denn damals war die Belastung zu groß für mich. Ich habe die Galerie alleine geführt, dazu habe ich noch im Hinterhaus selbst Bilder eingerahmt", erzählt er. Sein persönliches Interesse an Mineralien habe dann zu dem Wechsel geführt. "Ich war zu der Zeit der Einzige, der hier Mineralien und Edelsteine verkauft hat", sagt Seekatz. Zu den Steinen gesellte sich dann auch noch moderner Kristallschmuck. Mit seiner Mitarbeiterin Vera Meier realisierte er sogar eigene Schmuckentwürfe, bot Reparaturen an. In letzter Zeit häuften sich aber die gesundheitlichen Probleme. Und da Seekatz' Töchter beruflich andere Wege gegangen sind, stand der Abschied früher oder später fest. "Im Moment kann ich das alles noch gar nicht realisieren", sagt der Inhaber des Traditionsgeschäftes. Was ihm hilft: die Aussicht auf mehr Zeit mit seiner Familie.