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Schmiergeld-Skandal: Sachbearbeiter soll fristlos gefeuert werden

Schmiergeld-Skandal: Sachbearbeiter soll fristlos gefeuert werden

Im Schmiergeld-Skandal beim Landesamt für Zentrale Dienste (LZD), das dem Finanzministerium unterstellt ist, soll der unter Korruptionsverdacht stehende Sachbearbeiter fristlos gekündigt werden.

Der 53-Jährige aus Heusweiler sitzt in Untersuchungshaft. Er soll von einem Geschäftsmann, dem er von 2011 bis 2015 Aufträge für brutto 758 947 Euro erteilte, 219 602 Euro kassiert haben. Ministeriumssprecherin Stienke Kalbfuss teilte mit, dass auch die Verträge des LZD mit dem Unternehmen gekündigt und alle Zahlungen gestoppt seien. Das Landesamt habe zudem "eine interne Sonderkommission" eingesetzt. Nähere Angaben, was deren Aufgabe ist, gab es bislang nicht.

Zumindest auf dem Papier existiert in dem Amt das Vieraugen-Prinzip. Auf eine Anfrage unserer Zeitung wurde erklärt: "Eine Zahlung von Rechnungen setzt im Bereich Gebäudemanagement die Feststellung der sachlichen Richtigkeit und rechnerischen Richtigkeit durch zwei verschiedene Personen voraus." Offenbar konnte der Sachbearbeiter eilige Aufträge per Bestellschein bis zu 5000 Euro zeichnen. Zudem existiert wohl ein "Kompetenzteam Vergabe" im LZD.