Schluss mit dem Kleingedruckten

Eine Arznei-Packungsbeilage auf Anhieb zu verstehen, ist eher die Ausnahme. Damit sich das ändert, befasst sich am 18. März der Bundesrat mit einer Initiative von Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

Seit Jahren ärgert sie sich über schwer lesbare Packungsbeilagen. Jetzt ist die saarländische Gesundheitsministerin, Monika Bachmann (CDU ), mit ihrem Vorstoß für eine bessere Verständlichkeit von Beipackzetteln auf Bundesebene einen Schritt weitergekommen: In seiner nächsten Plenarsitzung am 18. März werde sich der Bundesrat mit ihrem Entschließungsantrag befassen, teilte Bachmann gestern vor Journalisten in Saarbrücken mit. Zuvor hatten die Gesundheitsminister der 16 Bundesländer den Antrag der Saar-Ministerin im Gesundheitsausschuss einstimmig angenommen. Packungsbeilagen seien aktuell viel zu lang, die Schrift zu klein und die wichtigsten Informationen stünden nicht an erster Stelle, sagte Bachmann. Der Antrag, über den die Länderkammer nun befinde, ziele darauf ab, die Beipackzettel dahingehend zu überarbeiten, dass die Patienten gleich auf den ersten Blick erkennen können, bei welchen Beschwerden ein Medikament einzunehmen sei und wie es dosiert werden sollte. Erst an dritter Stelle, so Bachmann, sollten die Nebenwirkungen aufgeführt sein. Und gerade das ist der Punkt, der Veränderungen bisher im Wege stand: Die Haftungsfrage. "Die Haftung des Herstellers hängt an diesem Zettel", sagte Manfred Saar, Präsident der saarländischen Apothekerkammer. Die Pharmakonzerne führten jede noch so unwahrscheinliche Nebenwirkung im Beipackzettel auf, um sich für einen Schadensfall abzusichern. Ein realistischer Mittelweg könnte deshalb ein übersichtlicher Zusatz-Zettel zu den bisherigen Packungsbeilagen sein, erklärte Saar. Wenn der Bundesrat dem Antrag zustimmen sollte, müsste die Bundesregierung auf EU-Ebene auf eine Änderung der entsprechenden Richtlinie von 2001 hinwirken. Denn letztlich entscheide die EU über die Änderung.