Schlammwüste auf dem Hochwaldpfad

Forstarbeiten durch den Landesbetrieb nach wochenlangem regnerischen Wetter haben tiefe Furchen in einem Teilstück des Hochwaldpfades hinterlassen. Die Gemeinde hat den Weg mittlerweile gesperrt.

 Nicht allzu Premium: So sah es zuletzt auf einem Teilstück des Hochwaldpfads aus. Fotos: Kolling

Nicht allzu Premium: So sah es zuletzt auf einem Teilstück des Hochwaldpfads aus. Fotos: Kolling

Weiskirchen. Eine gemütliche Wanderung vorbei an wildromantischen Bachläufen, alten Steinbrüchen und prächtigen Fichten - dafür soll der Premiumwanderweg Hochwaldpfad mit Beginn und Ankunft am Freibad Weiskirchen stehen. Zumindest, wenn es nach der Gemeinde geht. Doch kann von "Premium" in diesen Tagen keine Rede sein. "Es war wandern auf einer (Alp)traumschleife", beschreibt SZ-Leser Norbert Kolling seinen Spaziergang auf dem Hochwaldpfad vor etwa zweieinhalb Wochen. Auf Teilen des Weges habe er eine "Schlammwüste" vorgefunden, die nicht passierbar war. Der Grund dafür waren offenbar Forstarbeiten. Schwere Fahrzeuge haben Furchen im aufgeweichten Waldboden hinterlassen. Hinweis- oder Verbotsschilder am Streckenrand habe es laut Kolling keine gegeben.

Tino Hans, zuständiger Revierförster vom Saarforst-Landesbetrieb für den Bereich Weiskirchen bis Eisen, räumt ein, dass Fahrzeuge zum Abtransport von Holz zum Teil den Weg passierten. Furchen entstanden auf einem Teilstück des Hochwaldpfads, einem unbefestigten Erdweg. Dieser werde nicht nur zum Holzabtransport genutzt, sondern auch ganzjährig von Jägern und Förstern mit dem Pkw befahren. "Durch die schlechte Witterung bildete sich auch auf den Schotterwegen eine zehn Zentimeter dicke Schlammschicht", erklärt Tino Hans.

Inzwischen hat die Gemeinde Weiskirchen als Betreiber des Hochwaldpfads reagiert und die Strecke in der vergangenen Woche gesperrt, erklärt Michael Diversy, Geschäftsführer der Hochwald-Touristik. "Wir hätten das schon früher gemacht, aber wir hatten vom Saarforst keine Infos über den Zustand des Pfads", moniert Diversy. Um die Wanderwege zu überprüfen, müsse die Gemeinde selbst Mitarbeiter auf die Strecke schicken. "So haben wir erst von den Forst arbeiten erfahren."

Revierförster Hans bedauert, die Gemeinde nicht über den Zustand des Hochwaldpfads informiert zu haben. Da der Weg in den Wintermonaten ohnehin immer matschig ist, sah er zunächst keinen Grund dazu. "Der Saarforst gibt aber generell den Wegbetreibern Bescheid, sobald Fäll- und Holzrückearbeiten stattfinden, da hierbei ja eine konkrete Gefahr für die Wanderer besteht." In solchen Fällen werde die Strecke entweder komplett gesperrt oder es würden Hinweisschilder aufgestellt, die die Spaziergänger auf eine Alternativ-Route umleiten.

Damit Wanderer nicht mehr auf verschlammten oder blockierten Wegen unterwegs sein müssen, fordert Michael Diversy künftig einen besseren Informationsaustausch zwischen Saarforst und der Gemeinde. "Da werden wir demnächst eine Krisensitzung einberufen müssen."

Erfreuliche Nachrichten gibt es indes für Spaziergänger, die eine Wanderung über den Hochwaldpfad planen: Die beschädigten Abschnitte sollen Anfang nächster Woche ausgebessert werden. "Eine Fräse wird den Hochwaldpfad und angrenzende Erdwege abfräsen", stellt Tino Hans in Aussicht. Für die Kosten komme das Unternehmen auf, das auch die Forstarbeiten durchgeführt hat.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Gemeinde Weiskirchen informiert auf ihrer Webseite über aktuelle Sperrungen von Wanderwegen. Zurzeit sind Teile der Premiumwanderwege "Weiskircher Höhen-Tour" und "Georgi-Panoramaweg" nicht begehbar, Umleitungen sind ausgeschildert. Der "Hochwaldpfad" ist für Wanderer komplett gesperrt. eibweiskirchen.de/tourismus/aktiv-erleben/wandern.html

Zum Thema:

HintergrundDer Saarforst Landesbetrieb bedauert den aktuell schlechten Zustand der Waldwirtschaftswege im Saarland und bittet die Bürger um Verständnis. Es gebe "immer wieder Situationen, wo wir Holz vom Waldweg abfahren müssen", erklärt Hans-Albert Letter, Leiter des Landesbetriebs. Das milde Regenwetter in den vergangenen Monaten habe die Waldböden und Wege dermaßen aufgeweicht, dass die Holz-Transporter tiefe Fahrspuren im Erdreich hinterlassen hätten. Nach Abschluss der Fäll- und Holzrückearbeiten werde Saarforst die beschädigten Wege wieder in Ordnung bringen, kündigt Hans-Albert Letter an. eib