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Schallschlucker mit Hindernissen

Letzte Arbeiten an der als Lärmschutz gedachten Gabionenwand entlang der A8 bei Niedersalbach. Den Kern bildet eine Betonwand, um die herum von einem Drahtkorb gehaltene Steine aufgeschichtet werden. Hier füllen Bauarbeiter die Schottersteine in das Drahtgeflecht ein. Foto: Fred Kiefer
Letzte Arbeiten an der als Lärmschutz gedachten Gabionenwand entlang der A8 bei Niedersalbach. Den Kern bildet eine Betonwand, um die herum von einem Drahtkorb gehaltene Steine aufgeschichtet werden. Hier füllen Bauarbeiter die Schottersteine in das Drahtgeflecht ein. Foto: Fred Kiefer FOTO: Fred Kiefer
Niedersalbach. Nach mehreren Verzögerungen beim Bau der Lärmschutzwand an der Autobahn 8 scheint die Fertigstellung des Projektes nun absehbar. Derzeit laufen noch Restarbeiten. Anwohner bezweifeln unterdessen die Wirksamkeit der Gabionenwand. Fred Kiefer

Der "Planfeststellungsbeschluss" für die Lärmschutzwand, die Niedersalbach vor dem Verkehrslärm der Autobahn 8 schützen soll, wurde im Juni 1986 gefasst. Der erste, 1270 Meter lange Bauabschnitt im Bereich des Wohngebietes "Bei den Allwiesen" wurde vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) bereits 1989 gebaut. Im Januar 2009 meldete die Saarbrücker Zeitung mit Berufung auf eine Information des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), dass die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes in den Jahren 2010/2011 erfolgen werde. Es dauerte jedoch noch bis zum 24. März 2012, bis der Chef des LfS, Michael Hoppstädter, und der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger mit einem symbolischen Spatenstich den die Bauarbeiten freigaben - wobei eigentlich bis Dezember 2012 alles fertig sein sollte.

Die Verzögerung erklärt LfS-Sprecher Klaus Kosock: "Die Maßnahme konnte wegen zu erwartender Grubensenkungen nicht im Anschluss an den ersten Bauabschnitt erfolgen." Schäden an der vorhandenen Wand waren sichtbare Zeugnisse der Einwirkungen des Steinkohleabaus. Erst als von der RAG Deutsche Steinkohle die Meldung einging, dass es keine Senkungen mehr geben werde, wurde der zweite Bauabschnitt im März 2012 freigegeben.

Soweit die Vorgeschichte des mit 2,1 Millionen Euro veranschlagten Bauvorhabens.

Der jahrelangen Verschiebung des Baubeginns folgten nun kurzfristige Unterbrechungen der Arbeiten, so dass der angekündigte Termin der Fertigstellung zum Ende des Jahres 2012 nicht möglich war. Nun, nachdem weitere 15 Monate verstrichen sind, wird immer noch gearbeitet. Die Gabionenwand ist allerdings inzwischen bis auf die Lücke an der Brücke über den Verbindungsweg von Heusweiler nach Obersalbach schon fertig. Jedoch wird es noch bis Juni dauern, bevor die Autobahn im Bereich der Wand wieder komplett befahrbar ist. Kosock nennt die Gründe: Auf der Brücke wäre die Gabionenwand zu schwer, hier sollen Schallschutz-Elemente aus Aluminium angebracht wreden. Doch die Aluminium-Elemente sind noch nicht an der Baustelle eingetroffen. "Neben der Montage der Teile müssen auch noch Restarbeiten ausgeführt werden", so Kosock.

Nachdem nun der größte Teil der Lärmschutzwand steht, wird allerdings auch die Wirksamkeit der aufwendigen Gabionenwand von Niedersalbacher Bürgern angezweifelt. So wird von einigen Bürgern behauptet, die Wand tauge kaum zum Lärmschutz, da die Autobahn in diesem Bereich tiefer liege, als die zu schützenden Häuser. Der Lärm "schwappe" über die Wand hinweg und pralle weiterhin auf die Anwesen, heißt es.