Schafbrücke bald ohne Festhalle?

Die Stadt Saarbrücken will eventuell die Festhalle Schafbrücke verkaufen. Ein ortsansässiges Unternehmen hat der Verwaltung nach Angaben von Stadtsprecher Robert Mertes ein Angebot unterbreitet.

Die Landeshauptstadt hat ein Angebot bekommen, das sie nicht so einfach ablehnen will. Ein ortsansässiges Unternehmen habe angeboten, die Festhalle Schafbrücke zu kaufen, weil es dringend weitere Flächen braucht. Dadurch können nach Angaben von Stadtsprecher Robert Mertes "der Unternehmensstandort in Schafbrücke langfristig gesichert und damit Arbeitsplätze erhalten werden." Und die Stadt spare laufende Kosten für die Unterhaltung der Halle. Pro Jahr seien das 88 000 Euro, sagt Mertes. Derzeit prüfe die Verwaltung den Kaufvertrag. "Und wir müssen klären, welche Konsequenzen das für die Vereine haben würde", ergänzt Mertes. Mittlerweile hat die Stadt bereits Kontakt mit den rund zwölf Vereinen aufgenommen, die die Festhalle nutzen. Mertes: "Wir haben uns darauf verständigt, dass vonseiten der Verwaltung in den nächsten Wochen mit allen die Festhalle nutzenden Vereinen Einzelgespräche geführt werden. In den Gesprächen wollen wir Alternativen für ihre bisherige Nutzung der Festhalle ausloten." Dabei geht es vor allem um andere Räume für Veranstaltungen und Sitzungen. Mertes: "Da entstehen zwar auch wieder Kosten, wir rechnen aber dennoch mit einer erheblichen Einsparung im Haushalt, wenn wir die Festhalle nicht mehr betreiben müssen." Bis Ende Januar sollen die Ergebnisse noch mal in einer großen Runde mit den Vereinen besprochen werden. "Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, werden wir den städtischen Gremien eine Entscheidungsvorlage präsentieren, die einen Verkauf befürwortet oder ablehnt." Genau das kritisiert die FDP. "Wieso plant hier die Verwaltung, ohne frühzeitig die Räte zu informieren?", fragt Heike Müller, Fraktionsvorsitzende der FDP im Bezirksrat Halberg. Bisher wisse der Bezirksrat über den Vorgang nicht Bescheid. Es könne nicht sein, dass hier die Verwaltung Tatsachen schaffe und dann im Schweinsgalopp verlange, dass die Räte Entscheidungen treffen. "Die FDP fordert die Verwaltung auf, endlich umfassend den Bezirksrat und die Bevölkerung zu informieren, denn ohne eine fundierte Information und Diskussion mit den Bürgern über das Für und Wider wird die FDP einer solch weitreichenden Entscheidung für einen Stadtteil auf keinen Fall zustimmen", meint auch Thomas Escher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat.