Schädling befällt große Eiche

Eine große Eiche am Panoramaweg in St. Wendel ist vom Eichen-Prozessionsspinner befallen. Weil deren Raupen, insbesondere für Menschen eine Gefahr darstellen, entfernte jetzt eine Fachfirma die Nester.

An einer einzeln stehenden großen Eiche am Panoramaweg in St. Wendel hat sich der ursprünglich aus Südeuropa stammende Eichen-Prozessionsspinner eingenistet. Der Nachtfalter, der sich mittlerweile in Deutschland weiter ausgebreitet hat, stellt selbst keine Gefahr dar. Anders verhält es sich jedoch mit den Raupen. Deren Brennhaare können eine gesundheitliche Gefährdung darstellen, da sie das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den Nestern bleiben, besitzen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren.

Laut Hans-Jürgen Rauber vom St. Wendeler Umweltamt habe sich bei einer erneuten Kontrolle ein stärkerer Befall gezeigt, als vorerst angenommen wurde: Circa zwölf Nester seien an der Eiche zunächst festgestellt worden. Da auch alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, eine anhaltende Gefahrenquelle darstellen, wurde nun eingegriffen. Rauber: "Stünde der Baum nicht an einem so stark genutzten Spazierweg, hätten wir nicht eingreifen müssen." Außerdem hätten Spaziergänge sich wiederholt selbst in Gefahr gebracht, weil sie die Warnbeschilderung nicht beachteten hätten und die Absperrung entfernt wurde. "Das so zu lassen, wäre heikel", sagte Rauber.

Am Freitag wurde der Weg für einige Stunden abgesperrt. Eine darauf spezialisierte Fachfirma entfernte 46 Nester mechanisch und ohne Chemie-Einsatz. Dazu wurde mit entsprechenden Schutzanzügen und Atemmasken der weit verzweigte Baum mittels Seiltechnik bestiegen und die Nester zuerst befeuchtet und dann abgekratzt. Anhaftende Reste werden abgeflammt. Die Umgebung des Baumes wurde auf herabgefallene Nester abgesucht. Die eingesammelten Gespinste wurden zu einer Verbrennungsanlage gebracht und vernichtet.

Die Bekämpfungsaktion fand jetzt statt, da die Raupen sich in den Nester verpuppt haben und damit auch die weitere Population eingedämmt werden kann, wenn dies vorm Ausfliegen der Falter erfolgt.

Um einen erneuten Befall der Eiche zu verhindern, wurden Leimringe am Stamm angebracht. Sie hindern die Rauben daran, den Baum hinaufzuklettern.

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HintergrundDer Eichen-Prozessionsspinner gehört zur Familie der Nachtfalter. Der Name rührt von der Bewegungsweise seiner Raupen: In Gruppen von 20 bis 30 Tieren klettern sie die Bäume hoch und fressen deren Blätter. Bei mehrjährigem Befall können sie starke Schädigungen am Wirtsbaum verursachen. Zu den natürlichen Feinden des Eichen-Prozessionsspinners zählen Wanzen, Schlupfwespen und der Kuckuck. Sie alleine kommen allerdings nicht gegen die Raupen mit ihren Brennhaaren an. Gefährdung für den Menschen besteht bei Befall in der Nähe von Siedlungen oder Erholungsgebieten. Abgebrochene Brennhaare, die vom Wind über mehrere hundert Meter getragen werden können, stellen eine Gefahr für Allergiker dar. Bei direkten Kontakt mit den Nestern können sich Quaddeln und Papeln bilden. Das in den Haaren enthaltene Eiweißgift Thaumetopein sorgt für starken und lang anghaltenden Juckreiz. ame