Sauber in den Frühling

„Sei kein Frosch, mach mit“ ist das Motto der Picobello-Aktion. landauf, landab werden viele fleißige Helfer am 21. und 22. März Wege und Stege von Unrat befreien. Wie die Auftaktveranstaltung am Haanweiher bei Lockweiler zeigte, ist das Interesse an Picobello ungebrochen.

Die Meldung in der SZ-Lokalausgabe von Montag "Unbekannte entsorgen Altreifen in der Natur" passte wie die Faust aufs Auge. Am Haanweiher, idyllisch und reizvoll an der Landstraße zwischen Lockweiler und Altland gelegen und vielfach als Rastplatz von Wanderern und Erholungssuchenden genutzt, hatten verantwortungslose Zeitgenossen mehr als 50 Altreifen rücksichtslos "entsorgt".

Und eben an jenem besonders schönen Fleckchen Erde und schützenswerten Biotop, wo seltenen Tierarten wie Feuersalamandern und Molchen, Eisvögeln und Wasseramseln oder Fledermäusen und Fischadlern ein überaus attraktiver Lebensraum geboten wird, hatten am Montagnachmittag Bürgermeister Fredi Dewald und EVS-Geschäftsführer Heribert Gisch zusammen mit der rührigen Nabu-Ortsgruppe Lockweiler-Krettnich mit ihrem Vorsitzenden Bernd Konrad und Ortsvorsteher Josef Serwe, auch stellvertretend für den kranken Kollegen Christian Leidinger (Krettnich), zur symbolischen Eröffnungskampagne von Saarland Picobello im Grünen Keis eingeladen.

Ärger über wilde Entsorgung Etliche Ortsratsmitglieder beider Stadtteile und Vereinsmitglieder waren der Einladung zur Eröffnung der Reinigungsaktion gefolgt. Und dass diese wilde Müllentsorgung ein viel diskutiertes Thema in dieser Stunde war, versteht sich wohl von selbst, schließlich waren die Altreifen gut sichtbar aufgestapelt. Nicht zum ersten Mal war der Haanweiher Zielpunkt solcher illegaler Müllentsorger. "Müll- und Abfallentsorgung ist unser Ding", betonte EVS-Geschäftsführer Gisch, der zudem den landesweiten Frühjahrsputz die größte Bürgerinitiative im Saarland nannte.

Tausende Saarländer beteiligen sich alljährlich an der Sammelaktion, die am 21. und 22. März, an zwei Tagen also stattfindet. Wiederum werden viele Schulklassen und Kindergärten, Vereine und Verbände, Initiativen und Unternehmen sowie Familien und auch Einzelkämpfer unterwegs sein, um Wald und Flur sowie ihr Umfeld vom Müll zu befreien. Er verkannte aber auch nicht, dass nicht jedermann sich dafür hergibt, anderer Leute Dreck wegzumachen. Hunderte von Tonnen Müll werden dennoch in den einzelnen Wertstoffhöfen oder Verbrennungsanlagen entsorgt. "Eine lebenswerte Landschaft wird es uns danken", war sich Gisch sicher. Bürgermeister Fredi Dewald zeigt sich dankbar, dass der EVS die Stadt Wadern für die Auftaktveranstaltung gewählt hatte. Sein Dank galt auch dem Nabu-Ortsverein Lockweiler-Krettnich für sein Engagement, nicht nur bei dieser Müllsammelaktion, sondern das ganze Jahr hindurch seien die Naturliebhaber in Sachen Natur- und Umweltschutz unterwegs.

Die Bürger sensibilisieren "Die Picobello-Tage tragen mit dazu bei, unsere Bürger hierfür zu sensibilisieren und wird sicherlich Erfolg haben", sagte der Verwaltungschef. Man müsse immer wieder neu motivieren, "bis auch der letzte Blödmann bekehrt sein wird". Nabu-Chef Bernd Konrad und Ortsvorsteher Josef Serwe stellten die Planungen für die anstehenden Sammelaktionen in ihren Orten und Umgebung vor. Serwe gab bekannt, dass man seit Einführung dieser Picobello-Tage mit von der Partie sei. "Manchmal ist es nicht mehr feierlich zu sehen, was alles in Wald und Flur illegal abgelagert wurde", blickte Konrad auf frühere Sammeltage zurück. Einige unbelehrbare Zeitgenossen würden die Landschaft verschandeln, die Allgemeinheit müsse zahlen.

Übrigens stellt die Stadt Wadern den aktiven Müllmännern Sammelutensilien zur Verfügung, sichert bei Bedarf Steckenabschnitte mit Warnschildern ab, entsorgt durch den Bauhof den gesammelten Unrat in EVS-Anlagen und spendiert sogar einen Imbiss zur Stärkung.

Wenn Letzteres mal kein Angebot zum Mitmachen ist.

Zum Thema:

AUF EINEN BLICKTräger und Koordinator der Kampagne Saarland Picobello ist der Entsorgungsverband Saar, der die Abfälle in seinen Entsorgungsanlagen kostenlos annimmt. Die saarländischen Städte und Gemeinden unterstützen die Teilnehmer tatkräftig bei der Organisation und Durchführung ihrer Sammelaktion vor Ort. Starker Partner von Saarland Picobello ist wiederum die Handelskette Kaufland, die Handschuhe sowie Schwerlast-Abfallsäcke zur Verfügung stellt. Aktuell laufen beim EVS und in den Kommunen die Vorbereitungen für die Sammelaktion auf Hochtouren. Noch bis Freitag, 7. März, können sich Interessierte mit Hilfe des Anmeldeformulars schriftlich anmelden. Eine frühzeitige Anmeldung sichert, dass Handschuhe und Müllsäcke rechtzeitig zur Sammelaktion vor Ort sind. Mit der schriftlichen Anmeldung sind alle Teilnehmer auch versichert. Ausgewählte Sammelaktionen werden prämiert. Alles Wichtige gibt es unter www.saarland-picobello.de . Für Fragen steht die EVS-Stabsstelle unter der Telefonnummer (06 81) 5 00 06 20 zur Verfügung, bei der Stadt Wadern Peter Klein unter Tel. (0 68 71) 50 74 53. Auch in anderen Kommunen des Landkreises Merzig-Wadern gibt es jeweils einen Ansprechpartner für die Picobello-Organisation vor Ort. eb