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Satie sensibel, Chopin handfest: Saisonfinale des Staatsorchesters

Satie sensibel, Chopin handfest: Saisonfinale des Staatsorchesters

Der 28-jährige Pianist Alexej Gorlatch aus Kiew war der Solist beim 8. Sinfoniekonzert des Saarländischen Staatsorchesters. In der Congresshalle in Saarbrücken war gestern morgen unter anderem die Festliche Ouvertüre op. 96 von Dimitri Schostakowitsch zu hören.

"Russisch" eingestimmt war das letzte Saison-Konzert des Saarländischen Staatsorchesters gestern morgen in der Congresshalle in Saarbrücken . Generalmusikdirektor Nicholas Milton setzte auf bewährte Zugnummern und gleich zu Beginn einen gewaltigen Akzent: mit der "Festlichen Ouvertüre" op. 96 von Dimitri Schostakowitsch, einem fetzigen Bravourstück zum 37. Jahrestag der Oktoberrevolution. Mit hymnischem Finale, effektvoll gekrönt durch das Blechbläserensemble der Hochschule für Musik.

Solist im beliebten 3. Klavierkonzert von Sergej Prokofjew war der in Kiew geborene Alexej Gorlatch, der ab dem 7. Lebensjahr in Deutschland ausgebildet wurde. Der vielfach preisgekrönte 28-jährige ließ keinen Zweifel an seiner pianistischen Kompetenz. Von "einfühlsam sensibel" bis "virtuos auftrumpfend" reichte seine Ausdruckspalette, die er, mit makelloser Technik garniert, ausbreiten konnte. Milton sorgte für stimmige Orchester-Begleitung, folgte geschmeidig den Feinheiten des Solisten und gab den Orchesterteilen adäquate Eigenständigkeit. Für den enthusiastischen Beifall dankte Gorlatch mit handfestem Chopin und sensiblem Satie.

Weniger sensibel geriet die 4. Sinfonie von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Kein Zweifel, das Blech ist zu fordern. Milton jedoch ließ in den Ecksätzen forcieren (Posaunen, Tuba!), die selbstsicheren Hörner erdrückten mitunter das Holz, das auch nicht sonderlich gut durchgehört und ausbalanciert war. Freude dagegen bereitete das Pizzicato-Scherzo der Streicher, die ansonsten nicht so recht ins Emotionale vordringen konnten. Ziemlich "al fresco" war diese hurtige Interpretation, die Milton auch mit viel Körperarbeit nicht über eine routinierte, etwas angestrengt wirkende Aufführung heben konnte.