Sängerin Niuver wärmt sich hier für die Tour auf

Jeden zweiten Donnerstag spielt im „Café Zucker und Zimt“ die Musik. Das Programm ist „multikulti“, wie Chef Girfis Harfi. Im Sudan geboren, studierte er in China und kam wegen seiner deutschen Frau ins Saarland.

 Das Duo Yann Loup Adam und Guido Allgaier. Foto: Jean M. Laffitau
Das Duo Yann Loup Adam und Guido Allgaier. Foto: Jean M. Laffitau Foto: Jean M. Laffitau

Ein wenig versteckt ist das "Café Zucker und Zimt" in St. Arnual schon. Doch Girgis Harfi (50) ist zufrieden. Vor einem Jahr hat er seinen Brotjob, die Architektur, an den Nagel gehängt, um sich ganz dem Lokal zu widmen. Im Mai feiert das Café-Restaurant sechsjähriges Bestehen. Nur wenige Monate nach der Eröffnung fand das erste Live- Konzert statt: "Im Januar 2009 spielten ,Brave & Crazy' hier das erste Konzert", erinnert er sich und wirft die CD der Kaiserslauterer Band in den Player. "Eine schöne Erinnerung", sagt er, während grooviger Rock ertönt.

Dass sein Lokal abseits liegt, stört ihn nicht: "Die Gäste, die zu den Konzertabenden kommen, sind bewusst da. Laufkundschaft kommt nicht vorbei." Eines aber ist im "Café Zucker und Zimt" wahrlich nicht versteckt: "Wir verlangen keinen Eintritt, stattdessen machen wir eine Hutsammlung", sagt er und grinst. Der "Hut" ist bei Harfi eine große Glasvase. Zu Beginn, erinnert er sich, "stand ein kleines Kästchen auf der Theke. Nach einem Konzert waren da gerade mal 50 Euro drin." Ein Witz, befand er damals: "Man muss sich eins klarmachen: Die Bands kommen meist zwei, drei Stunden vor Konzertbeginn. Karren ihre Instrument hierher, bauen auf, spielen zwei Stunden, geben richtig Gas, bauen dann wieder ab und sind erst gegen Mitternacht wieder hier raus. Und dann will man sie mit 50 Euro abspeisen?", sagt er und schüttelt den Kopf. Bei Harfis Glasvase hat sich das Problem mit der geringen Wertschätzung erledigt. "Es traut sich keiner, Kleingeld reinzuwerfen. Man sieht es und hört es", sagt er augenzwinkernd. Manchmal, glaubt er, müsse man die Leute einfach in die richtige Richtung schubsen.

Heute landen zwischen 200 und 360 Euro für die Musiker in dem "Hut". "Das ist in Ordnung", findet der Gastgeber. Das Repertoire der Bands umfasst Jazz, Rock, Chansons und Tango. "Multikulti wie der Laden", sagt der Chef, der im Sudan geboren wurde, in China studierte und wegen seiner deutschen Frau ins Saarland kam. Harfi blättert in seinem Timer: "Am 6. Februar haben Honey Creek hier gespielt, auch Jeannette Curta oder Elmar Federkeil mit seiner Band The Rookies waren hier." Die Liste ist lang: Neben den lokalen Bands finden sich auch überregional bekannte Musiker wie die Frauen-A-Cappella-Band "Les Brünettes" oder die Kubanerin Niuver auf Harfis Liste wieder. Um die Bookings braucht er sich nicht zu kümmern: "Die Bands kommen auf mich zu. Meist sind sie auf Tour und klinken sich dann für einen Gig ein. Niuver sagt immer, dass sie das Konzert hier zum Aufwärmen für ihre Tour nutzt." Der 50-Jährige blättert weiter: "Den ersten freien Termin habe ich erst wieder am 26. Juni." Rund 50 Gäste finden in dem kleinen Restaurant Platz. "Die Konzertabende kommen beim Publikum immer gut an", sagt er. Den nächsten Gig bestreitet wieder ein Urgestein der hiesigen Musiklandschaft: Guido Allgaier (58), der umtriebige Gitarrist, wird gemeinsam mit Yann-Loup Adam (Gitarre und Gesang) eigene Stücke, aber bekannte Klassiker von Francis Cabrel, Jean-Jaques Goldmann oder Udo Lindenberg spielen. Der 22-jährige Adam bringt im Herbst seine erste Solo-CD auf den Markt.

Nächstes Konzert: Yann Loup Adam und Guido Allgaier, Donnerstag, 6. März, 19.30 Uhr, im "Café Zucker und Zimt", Brühlstraße 31/Ecke Arnulfstraße, 66119 Saarbrücken-St. Arnual, Tel. (06 81) 9 85 02 47.

cafe-zuckerundzimt.de