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Saarland und Großherzogtum wollen sich „enger verzahnen“

Saarland und Großherzogtum wollen sich „enger verzahnen“

Luxemburg und das Saarland wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Nach einer gemeinsamen Sitzung beider Kabinette in der Saarbrücker Staatskanzlei stellten Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel (Demokratische Partei) und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) dazu gestern einen Acht-Punkte-Plan vor.

Dieser sieht unter anderem Kooperationen in der Bildung, bei der Fernverkehrsanbindung und im Bemühen um erhöhte Sicherheitsvorkehrungen im lothringischen Kernkraftwerk Cattenom vor. "Ich bin zuversichtlich, dass dem heutigen Treffen konkrete Maßnahmen in den nächsten Wochen folgen werden", sagte Kramp-Karrenbauer vor der Presse.

Beide Länder diskutieren derzeit Strukturreformen in ihrer Hochschullandschaft; Kooperationen seien deshalb im Interesse beider Länder, betonten die beiden Regierungschefs. "Enger verzahnt" werden soll auch die Grundschullehrerausbildung beider Länder. Bettel will über die vom Kramp-Karrenbauer vorgeschlagene ICE-Anbindung Luxemburgs über Saarbrücken nachdenken. Einen "Stachel im Fleisch der Großregion" nannte Kramp-Karrenbauer dagegen das Atomkraftwerk Cattenom. Die Saar-Regierungschefin, ihre Mainzer Amtskollegin Malu Dreyer (SPD ) und der luxemburgische Premier wollen sich in Paris für verstärkte Sicherungsmaßnahmen sowie ein vorzeitiges Aus des Akw stark machen. Der Premier äußerte sich außerdem zu den Mautplänen der Bundesregierung: "Das stört mich." Denn dann würden sich auch viele Luxemburger fragen, ob sie nicht auch eine Maut einführen sollten. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer bezog zu den Mautplänen keine Stellung. Wenn klar sei, wie diese konkret aussehen und wie auf das Problem des Grenzverkehrs reagiert werde, würde sie sich dazu äußern.