Saarländer werden zu Chemiewerk-Umbau in Carling nicht gehört

Saarländer werden zu Chemiewerk-Umbau in Carling nicht gehört

Die Entscheidung der lothringischen Behörden, die Anhörungsfrist zum geplanten Umbau des Total-Chemiewerks in Carling nicht wie von saarländischer Seite gewünscht über den 29. Juli hinaus zu verlängern, ist gestern auf scharfe Kritik des Saar-Umweltministers Reinhold Jost (SPD ) und der Bürgerinitiative (BI) "Saubere Luft für die Warndtgemeinden" gestoßen.

"Leider haben wir von dieser Entscheidung durch die Medien erfahren, eine Information liegt uns von französischer Seite noch nicht vor", sagte Jost der SZ. Jost hatte zuvor einen persönlichen Brief an den Anhörungsleiter Pascal Schuster in St. Avold geschrieben. Mit der Bitte, die Anhörungsfrist zu verlängern, um Saarländern, die seit Jahrzehnten über die Emissionen des Chemiewerks klagen, eine Chance zur Stellungnahme zu geben. Jost bedauerte, dass Schuster dies abgelehnt habe. "Diese Entscheidung ist auch für das Unternehmen Total eine vertane Chance. Eine von uns vorgeschlagene zusätzliche Info-Veranstaltung hätte eine weitere vertrauensbildende Maßnahme des Unternehmens sein können", so Jost. BI-Chefin Heike Schreiner sagte, dass Schuster in seinem Schreiben an die BI Zeitmangel angeführt habe. "Ein transparentes Verfahren sieht deutlich anders aus", sagte Schreiner. Es solle jetzt geräuschlos ein Erweiterungsbau in Carling durchgeboxt werden. "Für uns als Verein ist dieses Vorgehen eine Farce und ein Affront gegenüber der saarländischen Landesregierung und Bevölkerung", so Schreiner. In der vergangenen Woche hatte es eine Betriebsstörung im TotalWerk gegeben, die eine riesige schwarze Rauchsäule auslöste, die bis nach Saarbrücken zu sehen war (die SZ berichtete).